Panorama

Corona nach Afghanistan-Einsatz Luftwaffe holt weitere infizierte Polizisten

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Seit 2002 bilden deutsche Polizeiausbilder einheimische Kollegen in Afghanistan aus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach jüngsten Corona-bedingten Rückholaktionen reißt die Infektionswelle bei den deutschen Polizisten in Afghanistan nicht ab. Erneut müssen sechs mutmaßlich Infizierte in einem Spezialflugzeug nach Deutschland gebracht werden. Was das für die deutsche Ausbildungsmission bedeutet, ist noch unklar.

Mit einem Charterflug hat das Bundesinnenministerium gestern sechs weitere deutsche Polizeiausbilder aus Afghanistan zurückgeholt. Die Polizisten und Polizistinnen hätten mit den Kollegen zusammengearbeitet, die an Covid-19 erkrankt seien, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Sonntagabend. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Parallel dazu holte die Luftwaffe am Sonntag drei Polizisten und einen Bundeswehrsoldaten mit einem speziell ausgestatteten Airbus A400 aus Kabul zurück.

Zwei der Polizisten, die im Rahmen des "German Police Project Team" in Afghanistan lokale Polizisten ausbilden, und der Soldat aus dem Camp Marmal in Masar-i-Scharif sind den Angaben zufolge an Covid-19 erkrankt. Der Corona-Test des dritten Polizisten war zwar negativ, aber auch er zeige Symptome, sodass bei ihm ebenfalls von einer Infektion auszugehen sei, sagte der Sprecher. Weil die Kollegen der Erkrankten als Erstkontakte gelten, habe man entschieden, auch diese schnellstmöglich zurückzuholen. Da wegen der Corona-Krise keine geeigneten zivilen Flüge zur Verfügung stünden, seien diese sechs Polizisten von einem privaten Anbieter für medizinische Flüge ausgeflogen worden.

Die Beamten sind Teil des deutschen Polizeiausbildungsprojekts in Afghanistan. Weil jetzt neun Polizisten fehlen, kann die gesicherte Unterkunft des "German Police Project Teams" laut Bundesinnenministerium vorübergehend nicht genutzt werden. Für den Betrieb ist demnach eine Mindestanzahl an deutschen Einsatzkräften notwendig.

Neben zwei dauerhaft am militärischen Teil des Flughafens Kabul im Nato-Camp stationierten Polizisten würden der Leiter des Projekts und drei weitere Kräfte nun an der Deutschen Botschaft Kabul untergebracht, erklärte der Sprecher. Sie hätten keinen Kontakt zu den Erkrankten gehabt. Eine Präsenz vor Ort sei damit weiterhin sichergestellt, die Wahrnehmung der Aufgaben werde jedoch weiter eingeschränkt.

Quelle: ntv.de, can/dpa