Panorama

Fataler KommafehlerMänner kollabieren nach Koffein-Überdosis

02.02.2017, 13:10 Uhr
Kaffee-Preise-in-Europa
Kaffee sorgt in Maßen aufputschend und wachrüttelnd. (Foto: dpa)

Zwei Studenten der Northumbria-Universität im englischen Newcastle bieten sich für ein Koffein-Experiment an ihrer Fakultät an. Fälschlicherweise wird ihnen das Hundertfache der zulässigen Dosis verabreicht - mit schlimmen Folgen.

Dass auch Wissenschaftler nicht unfehlbar sind, zeigt dieser Fall aus Großbritannien. An der Northumbria-Universität in Newcastle endete ein fehlgeschlagenes Experiment im März 2015 für zwei Studenten auf der Intensivstation. In dem Versuch wurde ihnen eine Menge an Koffein verabreicht, die 300 Tassen Kaffee entspricht. Diese Menge hätte tödlich sein können.

Den beiden 20 Jahre alten Sportwissenschafts-Studenten geht es mittlerweile wieder gut. In dem folgenden Prozess fällte das zuständige Gericht nun ein Urteil und verdonnerte die Universität zu einer Strafe von 470.000 Euro, wie die BBC jüngst berichtete. Der Staatsanwalt kritisierte, dass das Experiment ohne ärztliche Aufsicht durchgeführt worden war.

Was war passiert? Die Studenten hatten freiwillig an einem Versuch teilgenommen, der zeigen sollte, wie sich Koffein auf die Leistung von Sportlern auswirkt. Dafür tranken sie eine Mixtur aus Wasser, Orangensaft und Koffeinpulver. Der Professor berechnete die Koffein-Dosis mit dem Taschenrechner auf seinem Smartphone, dabei verrutschte ihm versehentlich die Dezimalstelle. Statt 0,3 Gramm wurden den jungen Männern 30 Gramm verabreicht. In einem üblichen Kaffee befinden sich 0,1 Gramm Koffein.

Der Berechnungsfehler führte schnell zu starken Nebenwirkungen. Wie BBC berichtet, litten beide Probanden an kurzzeitigem Gedächtnisverlust, Nierenversagen, Übelkeit, Krämpfen, Seh- und Hörstörungen, häufigem Harndrang und Herzrhythmusstörungen. Als das Missgeschick offensichtlich wurde, wurden die Männer umgehend auf die Intensivstation gebracht und einer Dialyse unterzogen, um das Blut vom Koffein zu befreien.

Die Studenten hatten großes Glück und überlebten das schiefgelaufene Experiment. Ob sich ihre Nieren aber jemals von dem Unfall erholen werden, ist noch unklar.

Quelle: dsi

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