Panorama

Vom Nachbarn beobachtet Männer legen Leiche in Wohngebiet ab

2f2480ff2531b355633caf36f22a70f9.jpg

Die Polizei befragte noch in der Nacht die Anwohner des Mehrfamilienhauses, vor dem die Leiche gefunden wurde.

(Foto: dpa)

In der Nacht macht ein Anwohner in Hamburg-Bramfeld eine gruselige Beobachtung: Er sieht, wie jemand eine Leiche auf der Straße ablegt. Bei der Toten handelt es sich um eine Frau, die schon seit Längerem krank war.

Eine am Straßenrand in einem Hamburger Wohngebiet abgelegte Frauenleiche hat am frühen Morgen für Aufsehen gesorgt. Ein Nachbar meldete, ein zunächst Unbekannter habe den Körper an die Straße getragen. Er habe die Aktion im Stadtteil Bramfeld von seinem Balkon aus beobachtet und gegen 23 Uhr die Polizei informiert. Rettungskräfte stellten bei ihrem Eintreffen sichere Todeszeichen fest. "Der Zeitpunkt, der Ort und die Ursache des Todeseintritts sind bislang unklar", hieß es.

Da man zuerst von einem Tötungsdelikt ausgegangen war, sei ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Landeskriminalamt (LKA) die ganze Nacht in dem Hamburger Stadtteil aktiv gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Mehrere Wohnungen seien überprüft worden, Bewohner des Mehrfamilienhauses, aus dem die Frauenleiche offenbar getragen wurde, wurden befragt.

Nach ersten Ermittlungen handelt es sich bei der Toten um eine etwa 50 Jahre alte Frau. "Es spricht alles dafür, dass sie aufgrund einer Erkrankung verstorben ist", sagte der Polizeisprecher. Ein Arzt habe an der Leiche keine Gewalteinwirkung festgestellt. Nach Angaben der Anwohner in dem Haus war sie schon länger krank.

Moralisch zweifelhaft, aber nicht strafbar

Zunächst war unklar, warum und von wem die tote Frau auf der Straße abgelegt wurde. Die Ermittlungen führten die Polizei dann jedoch in eine benachbarte Wohnung, in der die Frau vermutlich wohnte. Dort wurde laut Polizei ein 37-Jähriger vorläufig festgenommen, ebenso wie ein 55-Jähriger in unmittelbarer Nähe auf der Straße. Die beiden Männer gaben an, dass die Frau aufgrund ihrer Krankheit gestorben sei und sie ihre Leiche aus der Wohnung gebracht hätten - weil sie die tote Frau dort nicht mehr liegen haben wollten. Der Verdacht, dass die Männer die Frau getötet haben könnten, erhärtete sich laut Polizei nicht. Der 55-Jährige wurde wieder entlassen, der 37-Jährige blieb wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts zunächst in Polizeigewahrsam.

Sollte sich auch in der Rechtsmedizin eine natürliche Todesursache bestätigen, wird es laut eines Polizeisprechers keine Strafverfolgung der Männer geben. Deren Verhalten sei zwar moralisch zweifelhaft, allerdings nicht strafbar.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa/AFP