Panorama

"Ich musste sie hässlich machen" Mann gesteht Säure-Attacke auf Ex-Freundin

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Vanessa M. tritt in dem Prozess als Nebenklägerin auf.

(Foto: dpa)

Weil ihn seine Freundin verlassen hat, fühlt sich ein 32-jähriger Fitnesstrainer derart erniedrigt, dass er einen folgenschweren Plan fasst: Er füllt Rohrreiniger in ein Glas und lauert der jungen Frau auf. Er schüttet ihr die Säure direkt ins Gesicht. Nun steht er vor Gericht.

Der 32-jährige Daniel S. hat am Landgericht Hannover eine Säure-Attacke auf seine Ex-Freundin gestanden, durch die sie dauerhaft entstellt worden ist. Nach der Trennung habe er sich von der 27-jährigen Vanessa M. erniedrigt und wegen einer Strafanzeige von ihr bedroht gefühlt, sagte der Fitnesstrainer vor Gericht. Mit der Attacke habe er ihren schlechten Charakter auf ihr Äußeres übertragen wollen. "Ich dachte, ich muss sie irgendwie hässlich machen."

Zu Prozessbeginn erschien die von den Folgen des Angriffs schwer gezeichnete junge Frau vor Gericht. Sie ist auf einem Auge fast erblindet, ein Ohr wurde durch den industriellen Rohreiniger derart verätzt, dass es von Chirurgen rekonstruiert werden musste. Ein Teil ihres Gesichtes ist stark vernarbt. "Wenn ich in den Spiegel gucke, ist das ein Teil von mir", sagte Vanessa M. vor Prozessbeginn im Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). "Gestern habe ich noch zu meiner Mutter gesagt: Ich kann mir die alte Vanessa gar nicht mehr zurückdenken, weil es sie so nicht mehr gibt."

Es sei ihr wichtig, ihrem Peiniger vor Gericht gegenüber zu treten, so die 27-Jährige. "Ich möchte, dass er sieht, was er mir angetan hat. Ich möchte, dass er sieht, dass er mich mit meinem Aussehen nicht gebrochen hat." Daniel S. bereute in seinem Geständnis mehrfach die Tat, er habe die verheerende Wirkung der Säure unterschätzt, sagte er. Schon vor Beginn des Verfahrens ließ der Angeklagte 50.000 Euro Schmerzensgeld an Vanessa M. überweisen - als Vorschuss für weitergehende Ansprüche.

Opfer lag zwei Wochen im Koma

Wie der Angeklagte gestand, lauerte er seiner Ex-Freundin Mitte Februar am frühen Morgen vor ihrer Wohnung auf, um sie zur Rede zu stellen. Sie sollte seinen Eltern sagen, dass er sie weder geschlagen noch beleidigt habe - darum drehte sich die Anzeige der 27-Jährigen. Die junge Frau wies S. aber ab und verwies auf eine einstweilige Verfügung, die sie gegen ihn wegen Stalkings erwirkt hatte. Daraufhin griff er in seiner Jackentasche nach dem Glas mit dem abgefüllten Rohrreiniger.

Die Verbrennungen waren so schwer, dass die 27-Jährige zwei Wochen ins künstliche Koma versetzt werden musste. 25 Operationen hat sie hinter sich. Laut Anklage nahm Daniel S. bei dem Angriff den Tod seiner Ex-Freundin bewusst in Kauf. Ihm wird versuchter Mord vorgeworfen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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