Panorama

Malediven-Boot verliert LizenzMann von verunglückter Taucherin hofft auf GoPro-Aufnahme

16.05.2026, 12:42 Uhr
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Italy-Malediven-May-14-2026-Five-Italians-die-in-the-Maldives-during-a-dive-while-exploring-a-cave-at-a-depth-of-50-meters-The-Duke-of-York-the-vessel-on-which-the-Italian-tourists-were-traveling
Neben der Meeresbiologin Monica Montefalcone starben vier weitere Menschen bei dem Tauchgang. (Foto: picture alliance / ROPI)

Fünf gut ausgebildete Taucher kehren nach einem Tauchgang auf den Malediven nicht zurück. In 60 Metern Tiefe wird lediglich eine Leiche gefunden. Die Behörden suchen nach weiteren Leichen und entziehen dem Bootsbetreiber die Lizenz. Der Ehemann einer Taucherin hofft auf Kameraaufnahmen.

Nach dem Tod von fünf italienischen Tauchern auf den Malediven haben die Behörden die Betriebslizenz des 36 Meter langen Luxusboots ausgesetzt. Die Erlaubnis der "MV Duke of York" werde bis zum Abschluss der Ermittlungen zu dem Unfall vom Donnerstag im Vaavu-Atoll auf unbestimmte Zeit suspendiert, erklärte das Tourismus- und Luftfahrtministerium des Inselstaats.

Die fünf Italiener waren am Donnerstag von einem Höhlentauchgang in großer Tiefe nicht zurückgekehrt. Das italienische Außenministerium hatte am Donnerstagabend ihren Tod bestätigt. Nach Angaben der Universität Genua waren unter den Opfern die Professorin für Meeresbiologie, Monica Montefalcone, deren Tochter und zwei junge Forscher. Das fünfte Opfer war demnach der Tauchlehrer der Gruppe. Alle fünf waren gut ausgebildete Taucher.

Die Behörden gehen von einem Unfall aus. Die genaue Ursache ist jedoch unklar, auch weil die Bergung der Leichen noch nicht abgeschlossen ist. Lediglich wurde ein Körper eines nicht namentlich genannten Tauchers den Angaben zufolge in einer Höhle in 60 Metern Tiefe gefunden. Die Suche nach den vier übrigen Italienern dauerte am Samstag den dritten Tag an. Es werde untersucht, warum die Gruppe unterhalb der offiziell erlaubten Tiefe von 30 Metern getaucht sei, erklärte der Regierungssprecher der Malediven, Mohamed Hussain Shareef.

Der Ehemann der Meeresbiologin sagte der italienischen Zeitung "La Repubblica" er könne sich nicht erklären, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Seine Ehefrau habe über 5000 Tauchgänge durchgeführt und habe "auch in schwierigen Situationen gewusst, was zu tun ist". Sie und der Tauchlehrer hätten ihre Unternehmungen immer akribisch vorbereitet. Montefalcones Ehemann hoffte zudem, dass der Fund ihrer Leiche Aufschluss über den Unfall geben könne, weil die Meeresbiologin immer eine GoPro dabeihatte.

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Der Inselstaat im Indischen Ozean gilt als Luxusreiseziel und Paradies für Taucher. Die Malediven bestehen aus 1192 kleinen Koralleninseln, die sich über rund 800 Kilometer entlang des Äquators erstrecken. Das Vaavu-Atoll liegt rund 90 Minuten mit dem Schnellboot von der Hauptstadt Malé entfernt. Unfälle beim Tauchen und Wassersport passieren dort relativ selten.

Gerade Höhlentauchen ist jedoch immer extrem gefährlich. Schmale Schächte, auftreibender Sand durch Flossenbewegungen, kein Tageslicht und keine Möglichkeit des schnellen Auftauchens erschweren die Bedingungen. Panikattacken durch Enge oder Dunkelheit werden schnell lebensgefährlich.

Quelle: ntv.de, gri/AFP

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