Panorama

Unglück in 50 Metern TiefeWissenschaftler sterben beim Tauchen auf den Malediven

15.05.2026, 10:27 Uhr
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Italy-Malediven-May-14-2026-Five-Italians-die-in-the-Maldives-during-a-dive-while-exploring-a-cave-at-a-depth-of-50-meters-The-Duke-of-York-the-vessel-on-which-the-Italian-tourists-were-traveling
Monica Montefalcone forschte viele Jahre zur Meeresbiologie. (Foto: picture alliance / ROPI)

Vier Meeresbiologen begeben sich auf den Malediven zu einem Tauchgang. Sie sind versiert in ihrem Vorgehen, doch vom Ausflug in eine Unterwasserhöhle tauchen sie nicht mehr auf.

Bei einem Tauchunglück auf den Malediven sind nach Angaben aus Rom fünf Italiener ums Leben gekommen. Die Taucher wollten im Vaavua-Atoll in rund 50 Metern Tiefe Höhlen erkunden, wie das italienische Außenministerium mitteilte. Zunächst gab es keinerlei Einzelheiten zum Hergang des Unglücks. Die Behörden auf den Malediven hätten Untersuchungen eingeleitet, hieß es. Das Außenministerium und die italienische Botschaft in Sri Lanka stünden in Kontakt mit den Familien der Opfer, um sie zu unterstützen.

Die Malediven sind ein Inselstaat im Indischen Ozean, südwestlich von Sri Lanka. Die Inseln des Archipels ziehen mit idyllischen, weißen Sandstränden viele Urlauber an. Auch für Schnorchler und Taucher sind die Malediven und ihre Korallenriffe ein beliebtes Ziel.

Die Universität Genua erklärte, dass unter den verunglückten Tauchern vier Mitarbeiter oder Studenten der Bildungseinrichtung waren. Die Hochschule trauere um die außerordentliche Ökologie-Professorin Monica Montefalcone, deren 22 Jahre alte Tochter Giorgia Sommacal, die an der Universität studiere, sowie um die Dozentin Muriel Oddenino und den ehemaligen Studenten Federico Gualtieri, der kürzlich sein Studium der Biologie und Meeresbiologie abgeschlossen habe.

Der Sender Sky tg24 berichtete, die Meeresbiologin Montefalcone und ihre Begleiter hätten an einer wissenschaftlichen Forschungsfahrt an Bord der "Duke of York", einer Luxusyacht für Ausflüge und Schnorcheltouren nahe den Inseln im Indischen Ozean, teilgenommen, als es zum Unglück kam. Offenbar seien die Wetterbedingungen am Tauchplatz so ungünstig gewesen, dass eine Warnung für das Gebiet ausgegeben wurde, berichtete der italienische Sender. 

Das ist über die Opfer bekannt

Montefalcone wurde von Sky tg24 als "bekannte Fernsehmoderatorin, Forscherin und Expertin für Meeresumwelt" beschrieben. Sie habe in der Vergangenheit mehrere wichtige Meeresprojekte durchgeführt und sei wissenschaftliche Leiterin einer Überwachungskampagne auf den Malediven gewesen. Ihre Tochter soll Biomedizintechnik studiert und die Leidenschaft ihrer Mutter für das Meer und das Tauchen geteilt haben.

Die 31-jährige Oddenino soll zunächst an der Universität Turin Naturwissenschaften studiert haben, ehe sie dieses Studium in Genua fortsetzte. Bis 2024 habe sie an der Uni in Bari geforscht. Anschließend sei Oddenino nach Genua zurückgekehrt, wo sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Erd-, Umwelt- und Lebenswissenschaften war.

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Gualtieri habe dem Bericht zufolge seine Abschlussarbeit kürzlich unter dem Titel "Diversität und Ökologie der Korallen- und Krustenanemonen in den zentralen Atollen der Malediven" verfasst. Das Studium der Meeresbiologie und -ökologie soll er erst im März beendet haben. Der 31-Jährige sei zudem zertifizierter Tauchlehrer gewesen.

Zur Identität des fünften Todesopfers gab es aus Italien zunächst keine offiziellen Angaben. Laut "Corriere della Sera" soll es sich um den Tourenanbieter Gianluca Benedetti handeln. Er lebte demnach seit 2017 auf den Malediven. Als Betriebsleiter des Anbieters Albatros Top Boat soll er Touristen bei der Erkundung der Atolle begleitet haben.

Bislang sei nur einer der insgesamt fünf Leichname geborgen worden. Die örtliche Polizei untersuche die Umstände nun genauer. Zur Bergung seien auch die Streitkräfte der Malediven angefordert worden. Die italienische Wissenschaftsministerin Anna Maria Bernini erklärte auf X, die Tragödie "erschüttert die ganze italienische Wissenschaftsgemeinschaft".

Quelle: ntv.de, mpa/dpa

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