Panorama

Doppelmord und Brandstiftung Marcel H. wird der Prozess gemacht

Gewalttat in Herne

Marcel H. tötete zwei Menschen.

(Foto: Ina Fassbender/dpa)

Ein junger Mann tötet ein Nachbarskind, einfach so. Später ersticht Marcel H. noch einen Kumpel. Die Taten vom März in Herne erschütterten die Menschen. Nun steht die Anklage gegen H..

Es sind unfassbare Taten, die Marcel H. begangen hat. Erst tötete er einen Nachbarsjungen, dann einen Kumpel, bei dem er sich versteckt hatte. Knapp fünf Monate nach den Bluttaten in Nordrhein-Westfalen steht der Prozessbeginn gegen H. fest.

Die Verhandlung gegen den mutmaßlichen Mörder des neunjährigen Jaden und des 22-jährigen Christopher soll am 8. September in Bochum beginnen. Dies teilte das dortige Landgericht mit. Das Gericht hatte zuvor bereits zehn weitere Verhandlungstage festgelegt. Der zur Tatzeit 19-jährige Marcel H. soll am 6. März "heimtückisch und aus Mordlust" den neunjährigen Nachbarsjungen mit zahlreichen Messerstichen getötet haben, wie das Gericht weiter mitteilte. Am Tag darauf soll er einen Bekannten, bei dem er Unterschlupf gesucht hatte, ebenfalls ermordet haben.

Auch hier sieht die Staatsanwaltschaft unter anderem das Mordmerkmal Heimtücke als gegeben an. Um Beweise zu vernichten, soll er außerdem zwei Tage später in der Wohnung des zweiten Opfers einen Brand gelegt haben, bevor er sich stellte. Deshalb lautet die Anklage auf zweifachen Mord und Brandstiftung.

H. hatte den Ermittlern nach seiner Festnahme gesagt, er habe zunächst aus Frust über sein Leben versucht, sich selbst zu töten. Als dies nicht gelungen sei, habe er sich zu einem Mord entschlossen. Nach der Tötung des ersten Opfers war mit einem großen Polizeiaufgebot nach H. gesucht worden. In Herne und Umgebung brachten Menschen ihre Kinder zur Schule und holten sie auch wieder ab, weil der zu diesem Zeitpunkt flüchtige Täter als extrem gefährlich und unberechenbar galt. H. hatte sich im Darknet mit seiner Tat gebrüstet. Nach erfolglosen Suchmaßnahmen stellte H. sich schließlich selbst.

Seit seiner Festnahme sitzt H. in Untersuchungshaft. Letzten Berichten zufolge hat er nach Drohungen gegen ihn eine Einzelzelle.

Quelle: n-tv.de, sba/dpa

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