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Viele Unfälle an Kreuzungen Mehr Radfahrer sterben bei Unfällen

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Ein weißes Fahrrad mit einem schwarzen Kreuz erinnert an einer Ampelkreuzung in Hannover an einen Unfall mit tödlichem Ausgang.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der tödlichen Unfälle mit Radfahrern steigt im vergangenen Jahr deutlich an. Besonders Nutzer von E-Bikes leben zunehmend gefährlich. Verantwortlich für den Anstieg ist nicht nur der lange Sommer.

Im vorigen Jahr sind auf Deutschlands Straßen 455 Radfahrer ums Leben gekommen, darunter 89 auf sogenannten Pedelecs (E-Bikes). Das waren 14 Prozent mehr Unfälle als im Jahr zuvor, bei den Pedelecs lag der Anstieg 2018 sogar bei 24 Prozent, wie aus vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht.

Der Anstieg lag nicht nur am langen Sommer: Immer mehr Radfahrer müssen mit Auto- und Lkw-Fahrern um den knappen Platz auf den Straßen kämpfen - vor allem in den Städten. Aus Sicht des Verkehrsclub für Fahrradfahrer ADFC ist die "schlechte und völlig unterdimensionierte Fahrrad-Infrastruktur" das größte Sicherheitsproblem. "Zerschlissene und schlecht einsehbare Bordsteinradwege wechseln ab mit zugeparkten, viel zu schmalen Radfahrstreifen - und die enden dann oft im Nichts oder an der nächsten Baustelle. Das ist frustrierend und gefährlich", bemängelt Sprecherin Stephanie Krone.

Die meisten Unfälle zwischen Rad und Auto gibt es laut Unfallforscher Siegfried Brockmann im Kreuzungs- und Abbiegebereich. Hier kollidieren geradeausfahrende Radfahrer oft mit abbiegenden Autos oder Lkw. "Idealerweise müssten die Verkehrsströme getrennt werden, etwa durch Ampelschaltungen", sagt der Leiter des Berliner Instituts Unfallforschung der Versicherer (UDV).

Brockmann rechnet in diesem Jahr mit noch mehr Verkehrstoten. "Es gibt immer mehr Radfahrer, mehr Pedelecs und demnächst noch zusätzlich E-Scooter. Man sollte annehmen, dass die Infrastruktur den neuen Entwicklungen vorauseilt und nicht nur folgt. Aber von beidem sind wir sehr weit entfernt", so Brockmann. Die Tendenz sei daher voraussichtlich weiter negativ. "Es sei denn, wir haben einen ganz furchtbaren Sommer und niemand fährt Rad."

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Quelle: n-tv.de, jpe/dpa

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