Panorama

RKI ändert Test-Empfehlung Mehr als 200 Corona-Tote in Deutschland

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Die Zahlen der Infizierten und Verstorbenen steigen in Deutschland weiter deutlich.

(Foto: imago images/Andreas Gora)

Länder und Gemeinden in Deutschland melden so viele neue am Coronavirus verstorbene Menschen wie zu keinem Zeitpunkt der bisherigen Krise. Laut RKI werden landesweit mehr als 1000 Patienten auf Intensivstationen behandelt. Und noch immer ist unklar, wie sich die Pandemie weiter entwickelt.

In Deutschland sind bereits mehr als 200 Menschen an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben. Das ergeben ntv-Berechnungen auf Grundlage der Angaben von Ländern und Gemeinden. Zugleich ist die Zahl der Infizierten auf mehr als 37.000 gestiegen.

Damit hat sich die gemeldete Gesamtzahl der Todesopfer innerhalb von 24 Stunden um mehr als 50 erhöht. Das war der größte Anstieg seit Erfassung der Fälle. Allein in Baden-Württemberg registrierten die Behörden seit gestern 19 verstorbene Patienten. Das Bundesland gehört zusammen mit Nordrhein-Westfalen zu den am stärksten betroffenen Regionen hierzulande.

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Am Vormittag hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) mitgeteilt, noch keine Einschätzung geben zu können, wie wirksam die vielen Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens sind. "Wir müssen weiter abwarten, um zu sehen, ob die Maßnahmen greifen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Derzeit liegen etwa 1000 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in Deutschland auf einer Intensivstation. Bis zu 4000 befinden sich in stationärer Behandlung.

Zugleich bekräftigte er vorherige Äußerungen, dass Deutschland noch immer am Anfang der Ausbreitung der Coronavirus-Epidemie stehe. "Es ist noch völlig offen, wie sich diese Epidemie weiter entwickelt", sagte er. Dabei warnte Wieler, dass auch jüngere und gesunde Menschen "sehr schwer" erkranken können - "es können auch Jüngere daran sterben". Neben der Zahl der Infizierte steige auch die Zahl der Genesenen: Diese liege nach den aktuellen Schätzungen bei mindestens 5600. Das Durchschnittsalter der Infizierten liege bei 45 Jahren, das der Verstorbenen bei 81 Jahren.

Das staatliche Institut änderte derweil seine Kriterien, nach denen mögliche Verdachtsfälle auf Covid-19 getestet werden. Das Kriterium, dass Menschen in Risikogebieten gewesen sein müssen, entfalle ab sofort. In solch einer Pandemie ergebe es irgendwann keinen Sinn mehr, nach einzelnen Gebieten zu unterscheiden, sagte Wieler zur Begründung.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa