Panorama

Großbrand erschüttert Russland Mehrere Kinder sterben in den Flammen

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Flammen schlagen aus dem Dach des Einkaufszentrums "Winter-Kirsche" am Lenin-Prospekt von Kemorowo.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Eine Brandkatastrophe tief im russischen Hinterland löst über die Landesgrenzen hinaus Trauer und Entsetzen aus: Im Inneren des völlig verqualmten Einkaufszentrums in Kemerowo sterben deutlich mehr Menschen als zunächst befürchtet - darunter auch Kinder. Der Druck auf die Behörden wächst.

Die Zahl der Toten bei dem Brand in einem sibirischen Einkaufszentrum ist auf 48 gestiegen. Dies teilte das Ministerium für Katastrophenschutz am Morgen mit, wie die Nachrichtenagentur Tass berichtete. Zu befürchten steht, dass bei dem Brand auch zahlreiche Kinder ums Leben kamen. Lokalen Medienberichten zufolge sollen sich Dutzende Minderjährige zum Unglückszeitpunkt im Inneren des Gebäudes aufgehalten haben.

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Todesfalle für Kinder: Im Inneren des Einkaufszentrums kommen mindestens 48 Menschen ums Leben.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Mehr als 40 Menschen wurden bei dem Großbrand verletzt, heißt es von Seiten der russischen Behörden. Insgesamt gelten demnach noch 64 Menschen offiziell als vermisst. "Darunter sind auch 37 Menschen, deren Leichen geborgen aber noch nicht identifiziert wurden", erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Es bestehe kaum Hoffnung auf weitere Überlebende. Wie viele Minderjährige unter den Toten sind, ist noch unklar.

Das Feuer war am Sonntagabend im vierten Stock des Einkaufszentrums in der Stadt Kemerowo ausgebrochen. Der Brand erfasste ersten Erkenntnissen eine Fläche von rund 1600 Quadratmetern. Dichter Qualm behinderte die Rettungsarbeiten. Für die Menschen im Inneren des Gebäudes machte die Rauchentwicklung eine Flucht unmöglich: Augenzeugen zufolge versuchten in Panik geratene Menschen, sich durch einen Sprung aus dem Fenster ins Freie zu retten.

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Dichter Qualm: Das brennende Einkaufszentrum aus der Luft.

(Foto: dpa)

Die Feuerwehr konnte den Brand am Morgen unter Kontrolle bringen, wie der der Katastrophenschutz mitteilte. Das Gebäude ist nach Angaben der Behörden einsturzgefährdet. Mehr als 500 Helfer waren an den Löscharbeiten beteiligt. Die genaue Brandursache war zunächst nicht bekannt. Ermittler gingen zunächst von einem defekten Kabel aus. Wieso sich Flammen und Rauch so schnell ausbreiten konnten, ist noch unklar.

Erste Festnahmen nach dem Brand

Das Einkaufszentrum war erst im Jahr 2013 eröffnet worden. Kritiker werfen den russischen Behörden seit Jahren vor, geltende Vorschriften zum Brandschutz in öffentlichen Gebäuden beim Bau und der Kontrolle im Betrieb zu vernachlässigen. Dass bei der Brandkatastrophe von Kemerowo auch Kinder ums Leben kamen, erhöht den Druck auf die Verantwortlichen zusätzlich. Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen umgehend sein Beileid aus. Seinem Sprecher zufolge habe er angeordnet, Einsatzkräfte mit Spezialausrüstung aus Moskau nach Kemerowo zu schicken.

Am Morgen nach dem Brand wurden drei Menschen festgenommen. Dies meldete die Nachrichtenagentur Tass am Montag unter Berufung auf Polizeiquellen. Unter den Festgenommenen sei auch der Direktor des Einkaufszentrums. Die rund 500.000 Einwohner zählende Regionalmetropole liegt rund 3000 Kilometer östlich von Moskau im Verwaltungsbezirk Kemerowo. Die Industriestadt ist das Zentrum des sogenannten Kusbass, Russlands größtem Kohlerevier.

Quelle: ntv.de, mmo/jve/dpa