Panorama

Schlafplätze gegen Kältetod Menschen auf der Straße in Lebensgefahr

Das Leben auf der Straße ist hart. Für Obdachlose wird der Winter aufgrund eisiger Temperaturen schnell lebensgefährlich. Deutsche Städte bemühen sich um mehr Notunterkünfte für die Nacht, doch auch jeder einzelne kann helfen.

Die Zahl der Obdachlosen in Deutschland wächst seit Jahren. Mit Beginn der kalten Jahreszeit haben sich die Großstädte darauf vorbereitet, diese Menschen in Not vor dem Kältetod zu bewahren.

Allein in Hamburg sollen rund 2000 Menschen auf der Straße leben. Im Winter gibt es für diese Menschen in der Hansestadt 760 zusätzliche Übernachtungsplätze. Auch in Berlin ist Obdachlosigkeit in den vergangenen Jahren zu einem immer stärker sichtbaren Problem geworden. Geschätzte 6000 bis 10.000 Menschen leben dauerhaft auf der Straße. Darunter sind nach Beobachtung von Hilfseinrichtungen mehr junge Menschen als früher, mehr Frauen und auch mehr Menschen mit Behinderung - unter anderem 35 Rollstuhlfahrer. Als Nothilfe halten Kirchen und andere soziale Träger 1000 Plätze bereit.

Kältebusse können Leben retten

Insgesamt sind in Deutschland mindestens 860.000 Menschen wohnungslos. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. prognostizierte in ihrer neuesten Erhebung einen Anstieg auf 1,2 Millionen Menschen bis 2018. Die Wintermonate sind für Menschen ohne Wohnung lebensbedrohlich. In vielen Städten fahren so genannte Kältebusse, die Personen auf der Straße mit warmen Getränken und Decken versorgen oder Schlafsäcken versorgen. In manchen Städten helfen sie auch, Personen in Notunterkünfte zu bringen.

Doch in jeder Stadt funktioniert die Kältehilfe anders. Wer eine wohnungslose Person sieht und helfen möchte, dem empfiehlt etwa die Berliner Stadtmission, die Person zunächst anzusprechen und sich zu erkundigen, ob der Kältebus gerufen werden soll. Ist dies der Fall, können die Helfer kontaktiert werden. In Hamburg hingegen fährt ein Versorgungsbus, für Notfalleinsätze bleibt die 112 die Kontaktnummer.

Quelle: n-tv.de, ame/dpa

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