Panorama

Klinge bei Angriff abgebrochen Messerstecher von München in Psychiatrie

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Der Messerangriff im Münchner Hauptbahnhof ereignete sich am Montagmorgen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am Münchner Hauptbahnhof attackiert ein 23-Jähriger einen Polizisten mit einem Messer. Nach einer Not-OP ist der Beamte nun außer Lebensgefahr. Allerdings reicht die Verletzung bis ins Rückenmark.

Nach dem Messerangriff auf einen Polizisten in München ist der Tatverdächtige in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht worden. Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann von der CSU nach einer Kabinettssitzung in München. Der Mann habe schon in der Vergangenheit psychische Probleme gehabt. Bisher sei keine Fremdgefahr von ihm ausgegangen. Er sei aber wegen Drogen und Betäubungsmitteln auffällig gewesen. Zwischen dem Mann und dem Polizisten gebe es "keinerlei Bezug".

Der 23-Jährige hatte den Polizisten am frühen Montagmorgen am Münchner Hauptbahnhof unvermittelt von hinten mit einem Messer attackiert. Aufgrund der Wucht des Angriffs brach die Klinge ab und blieb im Halsbereich des Opfers stecken, wie die Polizei mitteilte. Der Beamte erlitt lebensgefährliche Verletzungen und musste notoperiert werden. Ob er wieder vollständig genesen wird, sei noch unklar.

Herrmann berichtete, dass die Verletzung bis in den Bereich des Rückenmarks reiche und erhebliche Schädigungen befürchten lasse. Er hoffe und bete, dass der Beamte möglichst bald wieder zu Kräften komme und dann auch wieder seinen Beruf ausüben könne. Die medizinische Behandlung sei auf einem guten Weg, sagte Herrmann. Mithilfe von Zeugen konnte der Angreifer noch am Tatort überwältigt werden. Als Motiv gab der 23-Jährige bei seiner Vernehmung Hass auf die Polizei an.

Jüngste Gewalttaten seien Einzelfälle

In den sozialen Medien erhielt der verletzte Polizist zahlreiche Genesungswünsche. Allerdings wurden auch viele Kommentare und Fragen zur Herkunft des Tatverdächtigen registriert. Am Montag schrieb die Polizei, sie habe Kommentare im vierstelligen Bereich erhalten, "die sich nicht mit der schrecklichen Tat an sich, sondern ausschließlich mit Spekulationen um die Nationalität des Verdächtigen und unfassbaren Vertuschungsvorwürfen" beschäftigten. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Angreifer um einen Deutschen.

Als Reaktion auf die jüngsten Gewalttaten in Bayern versprach Herrmann eine Verstärkung der Polizeipräsenz in der Vorweihnachtszeit. "Wir werden hier sichtbar mit noch mehr Polizei gerade in den nächsten Wochen in den Innenstädten präsent sein", sagte der CSU-Politiker. Am Freitagabend war ein Feuerwehrmann in Augsburg nach einem Weihnachtsmarktbesuch erschlagen worden. Sowohl die Tat in Augsburg als auch den Messerangriff in München bezeichnete der Innenminister als Einzelfälle. Es gebe keinen Anlass, daraus eine grobe Verschlechterung des Sicherheitsniveaus abzuleiten. "Das Gegenteil ist der Fall", versicherte Herrmann.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP