Panorama

Kinderpornografie-Verdacht Metzelder gibt "geständige Einlassung" ab

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Christoph Metzelder muss sich gefallen lassen, dass das Amtsgericht Düsseldorf unter Namensnennung über das Verfahren gegen ihn informiert.

(Foto: imago images / DeFodi)

Der ehemalige Fußball-Profi Christoph Metzelder muss sich mit einer Anklage auseinandersetzen. Der Verdacht lautet: Besitz von Kinderpornografie. Während der Ermittlungen soll er sich bereits "geständig eingelassen" haben.

Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder hat sich im Ermittlungsverfahren wegen Kinderpornografie-Verdacht "geständig eingelassen". Das bestätigte das Verwaltungsgericht Düsseldorf RTL. Das Gericht hatte vorher über einen Antrag Metzelders zu entscheiden, ob das Amtsgericht Düsseldorf mit Nennung des Namens und der Tatvorwürfe über die Anklage gegen den ehemaligen Fußball-Nationalspieler berichten dürfe. Das hatte das Verwaltungsgericht bejaht.

"Das in der Anklageschrift vom 27. August 2020 wiedergegebene Ermittlungsergebnis beruhte unter anderem auf der geständigen Einlassung des Antragstellers, der Aussage einer Zeugin sowie sichergestellten Bilddateien", heißt es in der Begründung zur Ablehnung des Antrags von Metzelder. "Denn - wie oben ausgeführt - liegt bereits ein Mindestbestand an Beweistatsachen, namentlich die geständige Einlassung des Antragstellers, vor." Es war im Eilverfahren nicht die Aufgabe des Verwaltungsgerichtes, die in der Erklärung erwähnte "geständige Einlassung" Metzelders zu bewerten.

Unbekannt, worauf sich geständige Einlassung bezieht

Die Ermittler werfen Metzelder vor, Dateien mit kinder- und jugendpornografischem Inhalt besessen zu haben. Außerdem soll er drei Frauen zwischen Juli und September vergangenen Jahres entsprechende Bild- und Videodateien über Whatsapp geschickt haben. In welchem Rahmen Metzelder sich zu den vorgeworfenen Taten geständig eingelassen hat, geht nicht aus dem Beschluss des Verwaltungsgerichts hervor. Eine Anfrage des "Spiegel" ließen Staatsanwaltschaft und Amtsgericht unbeantwortet, Metzelders Seite äußerte sich ebenfalls nicht.

Eine entsprechende Pressemitteilung vom 4. September zum Verfahren gegen Metzelder muss nicht von der Homepage des Amtsgerichts entfernt werden, wie es Metzelders Anwälte gefordert hatten. Das Gericht darf auch künftig darüber berichten, ob die Anklage gegen den einstigen Bundesligaprofi (Borussia Dortmund, Schalke 04) zugelassen wird. Der Beschluss ist noch nicht rechtskräftig.

"Bei einer umfassenden Würdigung aller Umstände des vorliegenden Falles verdient das öffentliche Interesse an der durch das Amtsgericht erteilten Information den Vorrang gegenüber dem privaten Interesse, weder namentlich noch mit den angeklagten Straftatbeständen und Tathandlungen genannt zu werden, so die Kammer. Bei Metzelder handle es sich um einen "einer breiten Öffentlichkeit bekannten ehemaligen Profi-Fußballer und Nationalspieler". Auch nach dem Ende seiner Karriere sei Metzelder in der Öffentlichkeit präsent geblieben, unter anderem war er Botschafter der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung und hat eine Stiftung gegründet, mit der er Kinder und Jugendliche unterstützt.

Vorwürfe "von einigem Gewicht"

Sein gesellschaftliches Engagement erzeuge in der öffentlichen Wahrnehmung eine "hohe moralische Integrität seiner Person". In dem Beschluss heißt es weiter: "Den Eindruck einer junge Menschen verantwortungsvoll begleitenden und unterstützenden Person hat er selbst über viele Jahre erzeugt." Dem stünden die nun angeklagten Vorwürfe von "einigem Gewicht" gegenüber, die sich "von der gewöhnlichen Kriminalität deutlich abheben".

Metzelders Anwälte hatten behauptet, mit der Pressemitteilung werde das Persönlichkeitsrecht ihres Mandanten verletzt. Die Anwälte hatten immer wieder versucht, Berichte über das Verfahren zu verbieten. Das hat das Verwaltungsgericht jetzt abgelehnt. Das öffentliche Interesse habe in diesem Fall Vorrang.

"Das weitere Begehren, dem Amtsgericht eine vergleichbare Information der Öffentlichkeit zu untersagen, wenn die Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens gefallen ist, ist ebenfalls erfolglos geblieben. Auch insoweit hat die Kammer entschieden, dass das Amtsgericht zur Unterrichtung der Medien unter Namensnennung und Darlegung etwaiger Tatvorwürfe berechtigt ist." Für Metzelder gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung in dem Strafverfahren die Unschuldsvermutung.

Quelle: ntv.de, ter/dpa