Panorama

"Nicht ein Schritt zurück" Mexikos Präsident legt sich mit Kartellen an

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Am Mittwoch töteten Angreifer 27 Menschen in einer Entzugsklinik.

(Foto: REUTERS)

Mexiko ist ein Schlachtfeld der organisierten Kriminalität, im letzten Jahr wurden an jedem Tag fast 100 Morde registriert. Nach einer weiteren Reihe schwerer Gewalttaten schickt Präsident López eine eindeutige Botschaft an die Kartelle.

Angesichts einer Welle der Gewalt in Mexiko hat Präsident Andrés Manuel López Obrador die mächtigen Verbrechersyndikate des lateinamerikanischen Landes gewarnt. "Wir werden nicht einen Schritt zurückweichen", sagte der Staatschef am Freitag. Im Gegensatz zu den Vorgängerregierungen werde er keine Absprachen mit den Drogenkartellen treffen, um sich Ruhe zu erkaufen. "Wir paktieren nicht mit dem Verbrechen", sagte der Linkspopulist. "Nicht mit dem gemeinen Verbrechen, nicht mit dem organisierten Verbrechen und nicht mit dem Wirtschaftsverbrechen."

Damit verschärfte López Obrador seine Rhetorik. Zuvor hatte er oft davon gesprochen, Verbrecher mit "Umarmungen statt Schüssen" zur Abkehr von der Kriminalität bewegen zu wollen. In den vergangenen Wochen wurde das Land von einer Reihe schwerer Gewalttaten erschüttert. Im Bundesstaat Guanajuato wurden fünf Polizisten getötet, wie die Behörden mitteilten. Am Mittwoch erschossen Angreifer 27 Menschen in einer Entzugsklinik in der Stadt Irapuato. Zuvor wurde der Polizeichef von Mexiko-Stadt bei einem Attentat verletzt und ein Richter im Bundesstaat Colima getötet.

Am Freitag töteten Soldaten in Nuevo Laredo an der Grenze zu den USA mindestens zwölf Angreifer. Die mutmaßlichen Bandenmitglieder trugen Uniformen sowie taktische Ausrüstung und waren mit Sturmgewehren bewaffnet, wie die Sicherheitsbehörden des Bundesstaates Tamaulipas mitteilten. Zahlreiche Gewalttaten dürften auf das Konto der Verbrechersyndikate Cártel Jalisco Nueva Generación und Santa Rosa de Lima gehen, die im Zentrum des Landes um die Kontrolle ringen. Die Gewalt in Mexiko nimmt seit Jahren zu. Im vergangenen Jahr wurden fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Zudem gelten mehr als 60.000 Menschen als verschwunden. Die meisten Verbrechen werden nie aufgeklärt.

Quelle: ntv.de