Panorama

"Jahrhundert-Raub" in Paraguay Möglicher Drahtzieher ist kein Unbekannter

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Etwa 50 schwerbewaffnete Verbrecher haben bei einem Raubüberfall in Paraguay aus einem Tresor umgerechnet 28 Millionen Euro erbeutet.

(Foto: picture alliance / Roberto Zarza)

In Paraguay wird nach der Sprengung eines Tresors nach den Tätern und der Millionenbeute gefahndet. Der mögliche Drahtzieher ist ein alter Bekannter - aber seit 2002 flüchtig. Mit Raubüberfällen kennt er sich aus.

Nach dem Millionen-Raub in Paraguay fahndet die Polizei nach einem der meistgesuchten Verbrecher Südamerikas als möglichem Drahtzieher. Wie mehrere Medien unter Berufung auf die Polizei berichten, soll es sich um den 42-jährigen Luciano Castro de Oliveira alias "Zequinha" handeln, der wegen Mordes und Raubüberfällen auf mehrere Geldtransporter zu 50 Jahren Haft verurteilt worden, aber seit 2002 flüchtig ist. Er soll bereits Überfälle mit einer Beute von insgesamt rund 50 Millionen Dollar organisiert haben und zur Führung der Mafiabande "Primeiro Comando da Capital" gehören.

Etwa 50 schwerbewaffnete Verbrecher hatten am Montag wie bei einer Kriegsaktion mit Sprengsätzen und Sturmgewehren das Depot einer Geldtransportfirma in der paraguayischen Grenzstadt Ciudad del Este überfallen, um an den Tresor zu kommen. Ein Polizist wurde dabei getötet, zudem erschoss die Polizei drei Täter. Die Polizei konnte bisher zwölf Menschen festnehmen und 1,4 Millionen Dollar von der Beute sicherstellen.

Nach Angaben der brasilianischen Behörden wurden rund 1,27 Millionen US-Dollar konfisziert, dazu noch größere Summen brasilianische Reais und paraguayische Guarani. Bolivien schloss die Grenzen zu Brasilien und Paraguay, um mögliche Täter daran zu hindern, ins Land zu kommen. Während Paraguays Polizei von 30 Millionen Dollar (28 Millionen Euro) Beute sprach, geht das betroffene Unternehmen Prosegur von acht Millionen Dollar (7,3 Mio Euro) aus. Die örtliche Polizeiführung wurde gefeuert. Paraguays Innenminister Lorenzo Lezcano machte auch das "Primeiro Comando da Capital" für die Tat verantwortlich.

Angriff auch auf Polizei- und Regierungsgebäude

Die Gegend im Dreiländereck Brasilien/Paraguay/Argentinien ist bei Touristen sehr beliebt, wenige Kilometer entfernt sind die Wasserfälle von Iguazu. Die Täter waren mit Motorbooten über den Grenzfluss Paraná nach Ciudad del Este gekommen. Staatsanwältin Denise Duarte sprach von einer beispiellosen Aktion, "als ob wir hier in Syrien wären".

Parallel zum Angriff auf den Geldtresor hatten Bandenmitglieder auch ein Polizeigebäude und das regionale Regierungsgebäude angegriffen und mehr als ein Dutzend Fahrzeuge in Brand gesetzt, offensichtlich um die Polizei abzulenken und um die Verfolgung zu erschweren. Die Gangster verstreuten zudem tausende spitze Metallzinken hinter sich auf der Straße. Rund um das Gebäude mit dem Tresor waren Scharfschützen postiert worden, um die Polizei in Schach zu halten. Polizei und Medien sprachen von einem "Jahrhundert-Raub".

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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