Panorama

Sorge vor Coronavirus-Epidemie Mongolei schließt Grenze zu China

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Sicherheitsvorkehrungen: Hygienemaßnahmen in China.

(Foto: dpa)

Im Kampf gegen die Virus-Epidemie ergreift Chinas Nachbarland im Norden drastische Maßnahmen: Um eine Ausbreitung der Infektionswelle zu verhindern, versucht sich der dünn besiedelte Binnenstaat von der Volksrepublik abzuschotten.

Aus Angst vor einer Einschleppung des neuen Coronavirus hat die Mongolei ihre Grenzen zu China geschlossen. Alle Grenzübergänge sollen ab Wochenbeginn für Fahrzeuge und Fußgänger geschlossen bleiben, wie die mongolische Nachrichtenagentur Montsame berichtete. Die Mongolei zählt rund 3,2 Millionen Einwohner.

Bislang gibt es in der Mongolei keine bestätigten Infektionsfälle. Da das Land als Nachbar Chinas jedoch einem hohen Risiko ausgesetzt sei, sollen alle Bildungseinrichtungen nach Anweisung der Regierung und des Parlaments bis zum 2. März geschlossen bleiben. Öffentliche Versammlungen in dem Land werden bis auf Weiteres abgesagt.

In China stieg die Zahl der Infizierten zuletzt weiter an. Den offiziellen Angaben der chinesischen Gesundheitsbehörden zufolge sind bislang 80 Menschen an den Folgen der neuartigen Lungenerkrankung gestorben. Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle liegt demnach bei 2744. Die Mehrheit der Erkrankten stammt demnach weiterhin aus der Region Wuhan. In der zentralchinesischen Millionenstadt war das Virus im Dezember zuerst aufgetreten.

Epidemie-Experten in aller Welt bereiten sich auf weitere Ansteckungsfälle vor. Außer in China traten einzelne Infektionsfälle auch in anderen Ländern auf. Die US-Gesundheitsbehörde CDC gab am Sonntag den fünften Coronavirus-Fall in den Vereinigten Staaten bekannt. In Europa wurden bisher nur von Frankreich erste eingeschleppte Infektionen gemeldet. Einzelne Verdachtsfälle in Deutschland bestätigten sich nicht.

Deutschland "sehr gut gewappnet"

Wie am Morgen bekannt wurde, ist in Australien ebenfalls ein fünfter Fall des neuen Coronavirus bekannt geworden. Eine 21-jährige Frau sei infiziert, teilt die Gesundheitsbehörde mit. Sie sei mit dem letzten Flug aus Wuhan nach Sydney gekommen, bevor die Behörden die chinesische Millionenstadt abgeriegelt und ein Flugverbot verhängt hätten.

*Datenschutz

Deutschland ist nach Ansicht des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) gut vor dem neuen Coronavirus geschützt. An Flughäfen, wo das Virus eingeschleppt werden könnte, sei man dank stetiger Übungen "sehr gut gewappnet", sagte der Präsident des RKI, Lothar Wieler, im ZDF-"Morgenmagazin". Falls das Virus nach Deutschland eingeschleppt werden sollte, sei es wichtig, dies früh zu erkennen, betonte er. Die Gefahr für die deutsche Bevölkerung durch das Virus sei weiter "sehr gering".

In China selbst traten zuletzt weitere Sicherheitsmaßnahmen in Kraft, um eine Ausbreitung der ansteckenden Virus-Erkrankung zu verhindern. In Wuhan, der Regionalhauptstadt der bislang am stärksten von der Epidemie betroffenen Provinz Hubei werden alle Visa- und Passdienste für chinesische Bürger bis zum 30. Januar ausgesetzt. Die eingeschränkte Reisefreiheit soll eine bessere Kontrolle über die Verbreitung des Virus ermöglichen, erklärte die Behörde für Ein- und Ausfuhrkontrolle in Wuhan.

Chinas Ministerpräsident Li Keqiang besuchte zu Wochenbeginn die unter Quarantäne stehende Stadt. Li habe sich vor Ort über die laufenden Bemühungen zur Eindämmung der Epidemie informiert und mit Patienten und medizinischem Personal gesprochen, teilte die chinesische Regierung mit. Im Netz kursierten unterdessen allerdings Aufnahmen, die auf drastische Verlaufsformen der Viruserkrankung hindeuten. In China sollen einzelne Infizierte demnach teils auf offener Straße zusammengebrochen sein.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa/rts