Panorama

Wende im Fall YagmurMordanklage gegen die Mutter

16.04.2014, 13:23 Uhr
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Der Fall Yagmur beschäftigt auch den parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft. (Foto: dpa)

Yagmurs Vater ist wegen Körperverletzung, Diebstahls und Drogendelikten bei der Polizei bekannt. Als die Dreijährige stirbt, richtet sich der Verdacht vor allem gegen ihn. Doch nun nimmt der Fall eine überraschende Wende.

Im Fall Yagmur hat die Staatsanwaltschaft jetzt Mordanklage gegen die Mutter erhoben. Dem Vater wird nur noch Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen vorgeworfen. "Der Tatverdacht hat sich umgekehrt", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach. Die 27 Jahre alte Mutter bestreitet die Tat. Der Vater will von Misshandlungen nichts bemerkt haben. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

Die Dreijährige war am 18. Dezember an den Folgen eines Leberrisses gestorben. Sie war in der Wohnung ihrer Eltern in Hamburg-Billstedt innerlich verblutet, ergab die Obduktion. Ursprünglich war dem Vater Totschlag vorgeworfen worden. Er ist wegen Körperverletzung, Diebstahls und Drogendelikten polizeibekannt. Der Haftbefehl gegen die Mutter lautete auf Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen. Doch am Ende der Ermittlungen sah die Anklagebehörde bei der Mutter das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt. Nicht der Vater, sondern sie soll das Mädchen immer wieder geschlagen haben.

In ihren Aussagen hatte die 27-Jährige immer wieder ihren Ehemann belastet. Sie habe sich trennen wollen, dafür habe sich ihr 25-jähriger Mann an der gemeinsamen Tochter gerächt. Doch nun ergaben die Ermittlungen, dass der Vater auf dem Weg zur Arbeit war, als das kleine Mädchen die tödlichen Verletzungen erlitt.

Yagmur wurde seit ihrer Geburt von mehreren Jugendämtern betreut. Doch frühere Hinweise auf Misshandlungen übersahen die zuständigen Mitarbeiter oder interpretierten sie falsch. Ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft will die Fehler der Behörden aufdecken.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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