Panorama

Hinweise verdichten sich Mordete der "Maskenmann" in Frankreich?

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Mit diesem Phantombild suchte die Polizei nach dem Täter.

(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)

Seit 2012 sitzt Martin N. in Haft, weil er in den 90er Jahren drei Jungen ermordet und viele weitere missbraucht hat. 2004 wird der kleine Jonathan in Frankreich tot aufgefunden. Der Fall erinnert an die Taten der "Maskenmanns" - dem bislang aber nichts nachzuweisen ist.

Mehr als 14 Jahre nach dem Mord an einem zehnjährigen Jungen in Frankreich verdichten sich Hinweise auf eine Spur nach Deutschland: Der als "Maskenmann" bekannte und in deutscher Haft sitzende Mörder Martin N. soll einem Mithäftling gegenüber die Tat indirekt gestanden haben, hieß es am Mittwoch in französischen Justizkreisen. Sie bestätigten damit Presseberichte.

Der ausgebildete Pädagoge N. war seit 1992 über Jahre hinweg nachts vermummt in Schullandheime, Zeltlager und später auch Privatwohnungen in Norddeutschland eingedrungen, um Jungen sexuell zu missbrauchen. Dabei trug er schwarze Kleidung und eine Maske, was ihm in der Presse den Namen "Maskenmann" einbrachte. 2012 wurde er wegen dreifachen Mordes und 20 Missbrauchsdelikten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er stand schon länger im Verdacht, auch für den Mord an dem kleinen Jonathan in Frankreich verantwortlich zu sein. Die Ermittler konnten aber nichts beweisen.

Nach Angaben der französischen Zeitung "Presse-Océan" erzählte N. einem Mithäftling Details über den Mord an Jonathan, die bisher nur wenigen Behördenvertretern bekannt gewesen seien. Die Aussagen befänden sich jetzt in den Händen des Ermittlungsrichters, erklärte die Quelle aus Justizkreisen.

Jonathan war in der Nacht vom 6. auf den 7. April 2004 aus einem Schullandheim in der Nähe von Saint-Nazaire an der Westküste Frankreichs verschwunden. Seine Leiche wurde, gefesselt und mit Steinen beschwert, am 19. Mai in einem Teich nahe Guerande entdeckt - etwa 25 Kilometer vom Ort seiner Entführung entfernt. N. soll sich im Mai 2004 in der Gegend aufgehalten haben.

Quelle: n-tv.de, ino/AFP