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Tatnachweis nicht möglich Münchner Theaterchef Pekny freigesprochen

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Thomas Pekny hätte im Schuldfall eine Haftstrafe gedroht.

(Foto: dpa)

Es sind schwere Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft gegen den Chef der Komödie am Bayerischen Hof erhebt. Pekny soll sich an schlafenden Frauen vergangen und das dokumentiert haben. Doch das Gericht sieht keinen eindeutigen Beweis.

Der Münchner Theaterchef Thomas Pekny ist vom Vorwurf des schweren sexuellen Missbrauchs freigesprochen worden. Das entschied das Landgericht München I, letztlich habe kein Tatnachweis geführt werden können, sagte der Vorsitzende Richter Nikolaus Lantz in seiner Begründung der Entscheidung.

Er betonte, der Freispruch für den 69 Jahre alten Intendanten der Komödie im Bayerischen Hof in München sei "eine knappe Geschichte" gewesen. Möglicherweise sei alles "so harmlos" gewesen, wie Pekny es gesagt habe, sagte Lantz. "Wenn nicht, dann haben Sie großes Glück gehabt." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Staatsanwaltschaft hatte Pekny vorgeworfen, betrunkene Frauen auf dem Oktoberfest angesprochen und mit in die Proberäume seines Theaters genommen zu haben. Dort soll er sich an den schlafenden Frauen vergangen und davon Videos und Fotos gemacht haben.

Nur eine Frau gefunden

Angeklagt waren drei Fälle, allerdings war nur bei einem die betroffene Frau ermittelt worden. Die Frau sagte als Zeugin aus, nach der Wiesn 2016 im Alter von damals 20 Jahren zu Pekny ins Auto gestiegen und erst zu Hause wieder zu Bewusstsein gekommen zu sein. Von ihr waren Bilder und Handynummer auf Peknys Telefon gefunden worden. Sie sei sich sicher, Pekny nie die Erlaubnis gegeben zu haben, sie anzufassen und zu fotografieren, sagte sie.

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Pekny wies die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs im Prozess zurück. "Ich würde so etwas nie tun, ohne zuvor zu fragen", ließ er über seine Verteidigerin Eva Maria Krötz verlesen. Er habe immer wieder intime Bilder von Frauen gemacht, das sei sein Faible. Die Frauen seien aber immer einverstanden gewesen. Dies habe man nicht mit der für eine Verurteilung notwendigen Sicherheit ausschließen können, befand das Gericht. Bei einem der Fälle hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer sogar eine Vergewaltigung gesehen und insgesamt vier Jahre und drei Monate gefordert.

Nach Beginn der Verhandlung waren weitere Hinweise eingegangen, die nach Angaben der Staatsanwaltschaft aber im laufenden Gerichtsverfahren nicht mehr berücksichtigt wurden. Die Ermittlungen gegen den Österreicher waren ins Rollen gekommen, als eine seiner Freundinnen die Fotos auf seinem Handy fand und die Polizei alarmierte. Insgesamt soll es sich um Aufnahmen von etwa 30 Frauen handeln.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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