Geistiges Eigentum der NonnenMutter Teresas Sari ist geschützt

Die Missionarinnen der Nächstenliebe sind überall auf der Welt an ihrer Kleidung zu erkennen. Sie tragen einen weißen Sari mit blauen Streifen, so wie es einst ihre Gründerin, Mutter Teresa, tat. Sie sollen auch die einzigen bleiben.
Der Baumwollsari mit den drei blauen Streifen, den Mutter Teresa als Nonne trug, war so etwas wie ihr Markenzeichen. Der Legende nach kaufte sie den ersten Sari an dem Abend, als sie die Erlaubnis erhielt, in den Slums der indischen Stadt Kolkata/Kalkutta zu arbeiten. Sie habe ihn einfach auf dem Markt gekauft und gegen ihren Habit getauscht, heißt es.
Es handelte sich um einen einfachen Bauwollsari, wie ihn auch weniger wohlhabende indische Frauen täglich trugen. Als sie später ihren eigenen Orden gründet, die Missionarinnen der Nächstenliebe, wird dieser Sari die charakteristische Ordenstracht. Daran hat sich auch nach dem Tod von Mutter Teresa am 5. September 1997 nichts geändert.
Doch nun sahen sich die Missionarinnen der Nächstenliebe zu einem drastischen Schritt genötigt. Sie ließen das Design des legendären Saris urheberrechtlich schützen. Einer Mitteilung des Ordens zufolge wurde der Antrag dafür bereits 2013 gestellt und Anfang 2016 genehmigt. Die Entscheidung wurde aber erst kürzlich veröffentlicht.
Der Anwalt des Ordens, Biswajit Sarkar, sagte dem britischen "Guardian", damit solle die missbräuchliche Benutzung des Kleidungsstücks verhindert werden. Nun sei man in der Lage dagegen juristisch vorzugehen. Es gebe inzwischen viele Schulen und Organisationen, die sich Mutter Teresa nennen, aber in keiner Verbindung zu den Missionarinnen der Nächstenliebe stehen. Viele von ihnen verwendeten auch das Design mit den drei blauen Streifen auf weißem Grund.
Die Schwestern hätten zunächst kein Interesse gehabt, sich gegen diesen Missbrauch zur Wehr zu setzen. Inzwischen habe sich der Orden aber entschieden, gegen die kommerzielle und nichtkommerzielle Nutzung durch andere vorzugehen. Die Saris werden seit den 1950er Jahren in speziellen Werkstätten hergestellt, in denen beispielsweise Lepra-Kranke arbeiten, die sonst nicht für ihren Lebensunterhalt sorgen könnten. Nach Angaben des Ordens steht die weiße Farbe der Ordenstracht für Reinheit und Wahrheit, die drei Streifen symbolisierten die Gelübde der Nonnen, die sich zu Armut, Gehorsam und Keuschheit verpflichten.