Panorama

Fünffachmord in KitzbühelMutter des Täters äußert sich nach Bluttat

07.10.2019, 21:30 Uhr
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Kitzbühel ist auch am Tag nach den tödlichen Schüssen auf eine Familie noch weit von der Normalität entfernt. Die Fassungslosigkeit über die Gewalttat mit fünf Opfern ist groß - auch bei der Mutter des Täters.

Einen Tag nachdem ein 25-Jähriger im österreichischen Wintersportort Kitzbühel in Tirol seine 19-jährige Ex-Freundin, deren Eltern und Bruder sowie den neuen Freund seiner ehemaligen Partnerin erschossen hat, konnte die Redaktion von RTL und n-tv mit der Mutter des mutmaßlichen Täters sprechen. "Es geht uns allen sehr schlecht, auch meinem Sohn", sagte sie. Während über das Motiv viel spekuliert wird, bestätigte sie, dass ihr Sohn und das Opfer verlobt waren. "Sie wollten nächstes Jahr heiraten." Insgesamt soll die Beziehung fünf Jahre gedauert haben.

Die Familie werde derzeit von der Stadt Kitzbühel, Psychologen und einem Kriseninterventionsteam betreut, sagte die Mutter weiter. Auch aus dem ganzen Ort sei Hilfe angeboten worden, erzählt sie. "Wir haben sehr viele Nachbarn, Bekannte in der Stadt. Wir haben von überall Hilfe angeboten bekommen." Ihr Sohn sei sehr beliebt gewesen.

Laut Polizei ging der junge Mann am Sonntagmorgen zum Haus seiner Ex-Freundin, wurde dort aber von deren Vater wieder weggeschickt. Daraufhin holte der 25-Jährige eine Pistole von Zuhause, die seinem Bruder gehören soll. Bewaffnet kehrte er zum Haus seiner Ex-Freundin zurück und erschoss zuerst den Vater, der ihm wieder die Tür geöffnet hatte.

Anschließend tötete er den Bruder in dessen Zimmer sowie die Mutter, wie der 25-Jährige der Polizei gestand. Die Ex-Freundin und ihr neuer 24-jähriger Freund schliefen in einer Wohnung innerhalb des Hauses, deren Tür abgeschlossen war. Deshalb kletterte der Mann über einen Balkon in das Zimmer und erschoss die beiden. Der 25-Jährige und seine Ex-Freundin sollen seit zwei Monaten getrennt gewesen sein.

Der Bürgermeister von Kitzbühel, Klaus Winkler, sprach von einer "unfassbaren Tragödie". Beide Familien, sowohl jene des 25-Jährigen als auch die Familie der Opfer, seien im Ort hoch angesehen gewesen. "Die ganze Stadt ist in Trauer", wird Winkler zitiert.

Quelle: jki/AFP

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