Panorama

Schwerer Fall von Kindesentzug Mutter holt Töchter aus Tunesien zurück

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Gegen ihren Willen brachte der Ex-Mann von Katharina Schmidt die gemeinsamen Töchter nach Tunesien.

(Foto: dpa)

Für zwei Mädchen aus Hannover endet am Morgen eine Odyssee: Schon vor Jahren waren sie vom Vater nach Tunesien gebracht worden - und die Mutter kämpfte darum, ihre beiden Töchter in die Heimat zurückholen zu dürfen. Nun ist ihnen die Ausreise gelungen.

Zwei Mädchen aus Hannover, die mehrere Jahre in Tunesien festgehalten wurden, sind mit ihrer Mutter nach Deutschland zurückgekehrt. "Gerade sind wir auf dem Weg im Zug nach Hannover!", teilte Katharina Schmidt am Morgen mit. Die tunesischen Behörden hätten die Familie in der Nacht ausreisen lassen, berichtete der NDR. Am frühen Morgen landeten sie demnach am Flughafen in Frankfurt am Main.

Es sei am Ende alles gut gegangen, schrieb Schmidt in einer Erklärung. Alle seien "wirklich fix und fertig", aber "super happy". Schon zwei Tage zuvor hatte die Mutter versucht, ihre beiden Kinder Maryam und Hanna im Flugzeug mit nach Deutschland zu nehmen. Die Familie wurde aber trotz Ausreisegenehmigung zunächst am Flughafen in Tunis gestoppt. Damit hatte sich der Fall, der sich seit Jahren hinzieht, am Wochenende dramatisch zugespitzt.

Während eines Besuches der Mutter in der tunesischen Stadt Kasserine habe die ältere Tochter Maryam den Wunsch geäußert, nach Deutschland zurückzukehren, sagte die Tante der Kinder. Die Mutter habe die elf- und neunjährigen Mädchen kurzerhand im Auto mitgenommen und sei zur Deutschen Botschaft in die Hauptstadt Tunis gefahren, wo umgehend Pässe für die Mädchen erstellt worden seien.

Der Vater der Kinder sitzt seit zwei Jahren in Deutschland wegen Kindesentziehung im Gefängnis. Obwohl die Mutter aus Hannover sowohl von deutschen als auch tunesischen Gerichten das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommen hatte, weigerte sich die Familie in Tunesien, die Kinder nach Deutschland zurückkehren zu lassen.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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