Panorama

Versuchter Mord am Ex-Partner Mutter und Sohn in Paris verurteilt

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.

Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand.

(Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild)

Auch in Familien gibt es Verschwörungsglauben. So ist die US-Amerikanerin Hopkins davon überzeugt, dass ihr Ex-Freund es auf sie und ihren Sohn abgesehen hat. Beide attackieren den Mann mehrfach. Ein Gericht fällt nun ein hartes Urteil über die Angriffe.

Eine US-Bürgerin und ihr Sohn sind in Paris wegen des versuchten Mordes am französischen Ex-Partner der Frau zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Gegen June Hopkins und ihren Sohn Brendan Walsh wurden 16 beziehungsweise 12 Jahre Gefängnis verhängt. Dem Gericht zufolge ging es den beiden bei der Tat an dem Vater des Sohnes um das Familienerbe.

Das Schwurgericht verhängte außerdem ein endgültiges Einreiseverbot für die 60-jährige Hopkins nach Frankreich und ein 15-jähriges Einreiseverbot für ihren 30-jährigen Sohn in die Region Paris. Beide zeigten bei der Verkündung des Urteils keinerlei Emotionen.

Streit ums Erbe

2010 hatten Hopkins und Walsh gerade wieder Kontakt zu dessen Vater Grégoire L. aufgenommen, den sie seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hatten. Im Sommer war es dann zu einem Streit gekommen, als L. feststellte, dass seine US-Familie Unterlagen über den Familiennachlass durchsucht hatte.

Sein Sohn hatte ihn daraufhin laut der Version von L. mit einem Grillanzünder bespritzt und versucht, mit einem Feuerzeug anzuzünden. Das Gericht entschied sich dafür, diesen ersten Mordversuch "hauptsächlich aus Mangel an materiellen Elementen" nicht als solchen zu werten, wie der Vorsitzende Richter Christophe Petiteau begründete.

Das Gericht befand Hopkins und Walsh jedoch für schuldig, im Jahr 2015 vor ihrem Haus einen Mordversuch an L. und dessen Schwester begangen zu haben. Grégoire und Frédérique L. waren vor ihrem Haus von "den Amerikanern" mit Motorradhelmen auf dem Kopf angegriffen worden. Diese hätten versucht, sie zu erwürgen.

Mutter glaubt an Verschwörung

Die Ermittlungen hatten ergeben, dass Mutter und Sohn "mehr als zwei Jahre lang abgeschieden und heimlich in Paris gelebt und nichts anderes getan hatten, als Grégoire L. zu überwachen" und "sich von der Existenz einer Verschwörung zu überzeugen", die "durch kein einziges Element gestützt wird", wie der Vorsitzende Richter betonte. Beide Angeklagten hatten die Vorwürfe stets bestritten.

Hopkins behauptete während der Anhörung, dass sie stattdessen Opfer eines "Komplotts" des Vaters und seiner Verwandten geworden seien, um sie zu beseitigen. Walsh sagte, er habe seiner Mutter damals "die Geschichten geglaubt", aber inzwischen sei ihm klar geworden, dass er "nie in Gefahr" gewesen sei.

Quelle: ntv.de, jaz/AFP

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