Panorama

Anschläge von Birmingham Nach 46 Jahren Verdächtiger festgenommen

137450334.jpg

Polizisten durchsuchen die Wohnung des 65-Jährigen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im November 1974 gehen in zwei Kneipen in Birmingham Bomben in die Luft. Sechs Männer werden verurteilt. Weil ein Gericht das Urteil kassiert, werden sie wieder freigelassen. Fast 50 Jahre nach den Anschlägen geht die Polizei nun wieder einem Verdacht nach.

Rund 46 Jahre nach den Anschlägen von Birmingham, bei denen 21 Menschen getötet und 182 weitere verletzt wurden, ist in Belfast ein 65-Jähriger festgenommen worden. Wie die Sicherheitsbehörden mitteilten, erfolgte die Festnahme unter dem Verdacht der Verübung einer terroristischen Tat. Die Wohnung des Mannes werde durchsucht, er werde in einer nordirischen Polizeistation einem Verhör unterzogen.

Zunächst waren 1975 sechs Männer, die sogenannten Birmingham Six, wegen der Anschläge auf zwei Pubs verurteilt worden. 1991 wurden sie wieder freigelassen, nachdem ein Berufungsgericht dieses Urteil kassiert hatte.

Am 21. November 1974 hatte ein Mann die Zeitung "Birmingham Post and Mail" angerufen und gewarnt, dass im Stadtzentrum zwei Sprengsätze gelegt worden waren. Um 20.17 Uhr explodierte eine Bombe in einem Seesack in einem Pub, der sich in einem Bürohochhaus befand. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben. Minuten später explodierte eine zweite Bombe in einer anderen Kneipe und tötete elf weitere Menschen.

Die Anschläge von Birmingham fielen in eine Zeit, in der wegen des Streits um die Zugehörigkeit Nordirlands zu Großbritannien zahlreiche Gewalttaten verübt wurden. Die katholische IRA, die in vielen Fällen die Verantwortung übernahm, bekannte sich nicht zu den Anschlägen von Birmingham. Insgesamt wurden in der Zeit der "Troubles" rund 3500 Menschen getötet.

Im vergangenen Jahr wurde eine neue Untersuchung zu den Anschlägen von Birmingham eingeleitet. Zuvor waren Vorwürfe laut geworden, die Polizei habe Warnungen nicht ernst genommen, die elf Tage vor den Anschlägen sowie am Tag der Anschläge eingegangen seien.

Quelle: ntv.de, chf/AFP