Panorama

Blitze und Regen Nach der Hitzewelle folgt Sturm

c9509b67152ed9439cc382ed84f50091.jpg

Die Feuerwehr war in Hamburg im Dauereinsatz.

(Foto: dpa)

Erst noch strahlender Sonnenschein und Rekordtemperaturen, dann Gewitter und Starkregen. Für viele endet der Hochsommer abrupt. Plötzlich überflutet Regenwasser Unterführungen, Bäume stürzen um. Teilweise müssen Flüge abgesagt werden.

Das Hoch "Gerd" hat Deutschland am Wochenende eine Hitzewelle beschert wie seit Jahrzehnten nicht in den letzten Augusttagen. Laut n-tv-Wetterexperte Björn Alexander lag der Hitzepol am Sonntag in Sachsen und Sachsen-Anhalt bei Spitzenwerten bis 37 Grad. Noch heißer war es am Freitag und Samstag in Saarbrücken mit knapp 38 Grad. Am Sonntag ging die Hitzewelle abrupt zu Ende. Der Wetterumschwung kam in vielen Gegenden Deutschlands mit Gewittern - auch nachts gab es vielerorts Gewitter.

n-tv Meteorologe Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander

Im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt wehte eine heftige Sturmböe das komplette Dach einer 1600 Quadratmeter großen Lagerhalle fort. In Mecklenburg-Vorpommern führte ein während des Sturms auf die Straße gestürzter Baum zu einem Autounfall mit einer Schwer- und einem Leichtverletzten.

Straßen unter Wasser, Flüge abgesagt

Am Sonntagnachmittag hatte ein Unwetter mit Sturmböen, Blitzen und Starkregen zwei Stunden lang über Hamburg getobt. Unterführungen liefen voll, mehrere Kreuzungen und Straßen standen unter Wasser, wie die Berufsfeuerwehr der Hansestadt mitteilte. Verletzt wurde demnach niemand. Die Helfer mussten zu rund 140 Einsätzen ausrücken. Der Flughafen Hamburg sagte nach Angaben einer Sprecherin mehrere Flüge ab.

0d7d005751f69092b7945e9bc5c328e9.jpg

Zwei Stunden lang wütete ein Unwetter über Hamburg und richtet Sachschäden an.

(Foto: dpa)

Der Sturm riss auch in anderen Teilen Norddeutschlands Äste ab und Bäume um: Die Bahn stellte den Regionalverkehr zwischen Lüneburg und Lübeck vorübergehend ein, nachdem ein Baum auf die Gleise gestürzt war. Die stärkste Böe wurde mit 82 Kilometern pro Stunde (Windstärke neun) in Boizenburg an der Elbe in Mecklenburg-Vorpommern gemessen.

Der Bahnverkehr am Drehkreuz Hannover wurde durch einen Blitzeinschlag in eine Oberleitung stark beeinträchtigt. Bei Lehrte waren mehrere Schaltzentralen ausgefallen. Erst seit dem Vormittag läuft der Verkehr der Deutschen Bahn zufolge wieder planmäßig. Sechs Menschen wurde in Weimar bei einem Blitzeinschlag in einem Freibad verletzt. Sie hätten unter einem Baum gestanden, in den am späten Sonntagnachmittag ein Blitz eingeschlagen sei, sagte ein Polizeisprecher. Einer der Badegäste habe schwere Verletzungen erlitten.

Es kühlt deutlich ab

Extreme Unwetter blieben Deutschland laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Montag erspart. Nur punktuell sei es zu starken Böen, heftigem Regen und kurzen Gewittern gekommen. Mit dem Wetterumschwung gehen die Temperaturen nun fast überall in Deutschland schlagartig um acht bis zehn Grad zurück. Meteorologe Björn Alexander erklärt: Die letzten Reste der schwülen Subtropikluft werden endgültig abgedrängt. Das passiert in etwa südlich der Donau noch mit Blitz und Donner.

Quelle: ntv.de, kpi/hul/dpa