Sollte Tat vertuscht werden?Neuköllner Jugendclub bleibt nach Vergewaltigungsvorwürfen geschlossen

In einem Berliner Jugendclub soll eine 16-Jährige von Jugendlichen bedrängt und vergewaltigt worden sein. Weder die Einrichtung noch das zuständige Jugendamt haben bisher Anzeige erstattet. Erst jetzt folgen erste Konsequenzen.
Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln bleibt die Einrichtung zunächst geschlossen. Das teilte die zuständige Stadträtin Sarah Nagel mit. Zugleich wies die Linke-Politikerin Vorwürfe zurück, es habe Versuche gegeben, eine mutmaßliche Vergewaltigung und Übergriffe zu vertuschen.
Der Jugendclub ist bereits seit Freitag geschlossen, wie ein Sprecher des Bezirksamtes Neukölln mitteilte. Laut Jugendstadträtin Nagel werden derzeit Schutzkonzepte der Einrichtungen ebenso überprüft wie interne Strukturen und Abläufe. Es werde ein Konzept für Schulungen zur Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstellt, so die Linke-Politikerin.
"Mir ist es ein persönliches Anliegen, die Vorfälle sexualisierter Gewalt und den Umgang damit sowohl transparent aufzuarbeiten als auch Konsequenzen daraus zu ziehen", teilte sie mit.
In dem Jugendzentrum soll eine 16-Jährige von Jugendlichen vergewaltigt und bedrängt worden sein - die Polizei erfuhr davon erst spät. Weder die Einrichtung noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatteten zunächst Anzeige. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall. Das Jugendamt hat nach eigenen Angaben eine Untersuchung eingeleitet.
Offen ist bislang, warum das Jugendamt keine Anzeige erstattete. Der Jugendstaatssekretär Falko Liecke äußerte in der "Bild"-Zeitung den Verdacht, der Vorfall sei von Betreuern offensichtlich nicht gemeldet worden, um die muslimischen Täter nicht zu stigmatisieren.