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Spanien: Region um Lorca erschüttert Neun Tote durch Beben

Beim schlimmsten Erdbeben seit 1956 wird die spanische Region Murcia erschüttert. Neun Menschen kommen ums Leben. Mehrere Häuser stürzen ein. 20.000 Menschen verbringen die Nacht im Freien. "Es herrscht große Angst", sagt ein Bewohner. Laut Experten entstehen die Schäden, weil das Epizentrum dicht unter der Erdoberfläche liegt.

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Einige Häuser in Lorca zeigen starke Risse auf.

(Foto: REUTERS)

Nach dem Erdbeben im Südosten Spaniens haben mehr als 20.000 Menschen die Nacht im Freien verbracht. In der am schlimmsten betroffenen Stadt Lorca glichen Plätze und Schulhöfe Flüchtlingslagern. Bei dem schlimmsten Beben in Spanien seit 55 Jahren wurden am Mittwoch nach einer offiziellen Bilanz neun Menschen getötet und mehr als 160 verletzt.

Die Bergungsmannschaften suchten unter den Trümmern nach möglichen weiteren Opfern. Allerdings wiesen die Rettungsdienste darauf hin, dass keine Vermissten gemeldet worden seien. Das Beben hatte nach Angaben der europäischen Erdbebenwarte eine Stärke von 5,2. Weniger als zwei Stunden zuvor hatte es Erdstöße der Stärke 4,5 gegeben, die aber keine größeren Schäden angerichtet hatten.

Unter den Opfern sind auch ein 14-jähriger Junge und eine schwangere Frau im Alter von 22 Jahren. Nach Angaben der Behörden sind unter den Toten keine Ausländer. Eine Sondereinheit des Militärs begann mit den Aufräumarbeiten. Das Ausmaß der Schäden war zunächst nicht abzusehen. Der Bürgermeister von Lorca, Francisco Jódar, sagte, die rund 20.000 Gebäude der Stadt seien fast alle mehr oder weniger stark beschädigt.

"Nichts Ungewöhnliches"

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Das Epizentrum lag nahe der Stadt Lorca im Südosten Spaniens.

Der Seismologe Klaus Hinzen von der Universität Köln hält das Beben nicht für ungewöhnlich. Schließlich liege Spanien im Bereich der Grenze zwischen der Afrikanischen und der Europäischen Platte liege, sagt Hinzen bei n-tv. Allerdings, schränkt er ein, "ist es sicherlich so, dass die Aktivitätsrate in Spanien nicht so hoch ist wie zum Beispiel an der gleichen Grenze in Griechenland". Dennoch wisse man aus der Vergangenheit, dass Südspanien des Öfteren von auch stärkeren zerstörerischen Beben betroffen sei.

Der Erdbebenexperte Emilio Carreño erläuterte, das Beben habe deshalb so große Schäden verursacht, weil das Epizentrum nicht tief unter der Erde, sondern relativ nahe an der Oberfläche gelegen habe. Zudem sei das Epizentrum nur wenige Kilometer von Lorca entfernt gewesen, der mit rund 100.000 Einwohnern drittgrößten Stadt der Region Murcia.

Luis Eugenio Suárez, Präsident des spanischen Geologen-Verbandes, betonte, bei den Erdstößen hätte es keine Toten geben dürfen. Die Region Murcia hätte auf ein Beben dieser Art besser vorbereitet sein sollen. Die Erdstöße seien eigentlich nicht stark genug gewesen, um Gebäude zum Einsturz zu bringen. Die betroffenen Bauwerke hätten wahrscheinlich schon vorher Mängel oder Schäden aufgewiesen.

Dutzende Nachbeben

Nach Angaben der weltweit registrierenden US-Erdbebenwarte USGS lag das Zentrum des Bebens in einer Tiefe von nur etwa einem Kilometer, etwa 50 Kilometer südwestlich von Murcia und etwa 118 Kilometer von Alicante entfernt. Die US-Warte bezifferte die Stärke auf 5,1. In der Nacht wurden Dutzende von Nachbeben registriert. Die Erdstöße waren auch in der Regionalhauptstadt Murcia sowie in Städten wie Cartagena, Almería, Albacete und bis nach Madrid zu spüren. Das Beben war eines der stärksten in der spanischen Geschichte. Die letzte vergleichbare Katastrophe liegt 55 Jahre zurück. Im April 1956 wurden in der Gegend von Granada zwölf Menschen getötet.

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Die Einwohner von Lorca flüchteten auf die Straßen und verbrachten dort die Nacht.

(Foto: AP)

Unter den Bewohnern von Lorca war bei dem Beben eine Panik ausgebrochen. Mehrere Gebäude stürzten ein. Ein Altenheim und ein Krankenhaus mussten geräumt werden. Hunderte Patienten wurden in andere Spitale verlegt. Die wichtigste Autobahn der Region wurde gesperrt, weil in einem Tunnel Steinbrocken von der Decke auf die Straße gestürzt waren. In Fahrbahnen und Talbrücken entstanden Risse. "In meiner Wohnung taten sich die Wände auf, und alle Möbel sind umgestürzt", berichtete eine Bewohnerin von Lorca. Das Dach einer Kirche stürzte ein, und die historische Burg der Stadt wurde beschädigt.

In Spanien sind schwere Erdbeben relativ selten. Im Süden des Landes werden zuweilen Erdstöße registriert, die in der Regel aber keine Schäden anrichten. Murcia ist die am stärksten erdbebengefährdete Region in Spanien.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa

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