Panorama

Frauen schleppen neue Fälle ein Neuseeland ist nicht mehr Coronavirus-frei

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Die neuseeländische Regierung informiert klar und verständlich über das Coronavirus.

(Foto: REUTERS)

Die Serie ist gerissen: Nach mehr als dreieinhalb Wochen meldet Neuseeland doch wieder neue Infektionen mit dem Coronavirus. Die stammen allerdings nicht von der eigenen Bevölkerung, sondern sind importiert.

In Neuseeland sind nach dreieinhalb Wochen ohne neue Coronavirus-Fälle erstmals wieder Ansteckungen mit dem Erreger festgestellt worden. Zwei Patientinnen seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, sagte Gesundheits-Generaldirektor Ashley Bloomfield. Es handele sich um miteinander verwandte Frauen, die Anfang Juni aus Großbritannien eingereist seien. Anders als bisher berichtet, ist noch unklar, ob sie aus Großbritannien stammen oder neuseeländische Staatsbürgerinnen sind.

Die neuseeländische Regierung hatte das Land Anfang der vergangenen Woche für Coronavirus-frei erklärt und die wegen der Pandemie verhängten Abstandsregeln und Einschränkungen für Versammlungen aufgehoben. Die strikten Einreisebeschränkungen bleiben jedoch weiter in Kraft. Sie sehen vor, dass generell lediglich neuseeländische Staatsbürger einreisen dürfen. Davon werden nur wenige Ausnahmen gemacht, etwa für ausländische Angehörige von Neuseeländern oder bei bestimmten geschäftlichen Gründen. Alle Einreisenden müssen für zwei Wochen in Quarantäne.

Auch die beiden Frauen wurden nach Angaben der neuseeländischen Behörden nach der Einreise zunächst in die obligatorische Quarantäne geschickt. Nach sechs Tagen hätten sie diese wegen eines familiären Todesfalles allerdings verlassen und per Auto von Auckland in das mehr als 600 Kilometer weit entfernte Wellington reisen dürfen, sagte Gesundheits-Generaldirektor Bloomfield. Dort hätten sie aber nur mit einem weiteren Familienmitglied Kontakt gehabt.

132-mal so viele Fälle

In dem knapp fünf Millionen Einwohner zählenden Inselstaat gab es bisher 1506 bestätigte und mögliche Infektionsfälle. 22 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann. In Großbritannien, wo die beiden Frauen sich aufgehalten hatten, gibt es mehr als 298.000 bestätigte Fälle sowie rund 42.000 Tote.

Regierungschefin Jacinda Ardern wird weltweit dafür gelobt, ihr Land mit klaren und für jeden Bürger verständlichen Erläuterungen, Empathie für die Menschen und Vertrauen in die Wissenschaftler durch die Krise gesteuert zu haben. Schon frühzeitig hatte sie verfügt, dass sich jeder Einreisende in Isolation zu begeben habe. Wenige Tage später folgte der komplette Lockdown. Dabei hilft, dass Neuseeland ein kleines, abgelegenes Land mit leicht zu schließenden Grenzen ist.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa

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