Panorama

Berüchtigte Gefängnisinsel New York schließt Rikers Island

Prominente Häftlinge wie Rapper Tupac Shakur und Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn saßen bereits in Rikers Island ein.

Prominente Häftlinge wie Rapper Tupac Shakur und Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn saßen in Rikers Island ein.

(Foto: REUTERS)

Bis zu 20.000 Häftlinge saßen zeitweise auf der Gefängnisinsel Rikers Island vor New York ein. Nun soll der berüchtigte Haftkomplex endgültig geschlossen werden. Doch die Alternative, stattdessen kleinere Haftanstalten in den Stadtzentren zu verlegen, stößt auf Kritik.

Die berüchtigte Gefängnisinsel Rikers Island in New York wird geschlossen. Der Stadtrat bewilligte einen milliardenschweren Plan, der vorsieht, den riesigen Gefängniskomplex Rikers Island bis 2026 durch kleinere Haftanstalten zu ersetzen. Wegen der überalterten Infrastruktur und häufiger Gewalt fordern Menschenrechtler und Kriminalwissenschaftler seit Jahren die Schließung des Gefängnisses. Prominente Häftlinge wie der Rapper Tupac Shakur und der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn saßen hier bereits ein.

Der Stadtrat von New York stimmte nun dem 8,7 Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) schweren Plan von Bürgermeister Bill de Blasio zu. "Das Zeitalter der Masseninhaftierung ist vorbei", sagte De Blasio im Anschluss. In den 90er-Jahren waren bis zu 20.000 Menschen auf der über 1,6 Quadratkilometer großen Gefängnisinsel untergebracht. Zuletzt waren es noch etwa 8000 Insassen.

De Blasio hatte bereits 2017 beschlossen, Rikers Island zu schließen. Grund dafür war der Fall des schwarzen Teenagers Kalief Browder, der auf der Gefängnisinsel auf einen Prozess warten musste. Während dieser Zeit wurde er misshandelt, von Mithäftlingen geschlagen und verbrachte einen Großteil seiner Zeit in Einzelhaft. Erst nach drei Jahren wurde er entlassen. Browder beging in Freiheit Suizid. Der Fall wurde zu einem öffentlichen Skandal und löste eine Debatte um Rikers Island und das Justizsystem in New York aus.

Neue Haftanstalten sollen sicherer und leichter erreichbar werden

Anstelle von Rikers Island sollen vier neue Gefängnisse in den Stadtteilen Manhattan, Brooklyn, Queens und der Bronx entstehen. Die Stadtregierung verspricht bessere Haftbedingungen in den neuen Einrichtungen, zudem sollen sie sicherer und leichter erreichbar für die Angehörigen der Gefangenen sein. Dies soll die Resozialisierung der Gefangenen nach ihrer Freilassung erleichtern.

Die Entscheidung der Stadtregierung rief auch Protest hervor. Kritiker sehen ein Problem bei De Blasios Vorhaben, Haftanstalten in der Nähe der Stadtzentren zu errichten.  Andere Gegner des Plans forderten, das bewilligte Geld lieber für die Bekämpfung von Kriminalitätsursachen einzusetzen.

Quelle: n-tv.de, fge/AFP