Panorama

Sperrstunde für drei Wochen Niederlande gehen in den Teil-Lockdown

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Die 7-Tage-Inzidenz in den Niederlanden liegt derzeit bei über 500.

(Foto: picture alliance / ANP)

Um die zugespitzte Lage auf den Intensivstationen in den Griff zu bekommen, gehen die Niederlande ab Samstag in den Teil-Lockdown. Das öffentliche Leben wird für drei Wochen in bestimmten Bereichen heruntergefahren. Neben einer Sperrstunde gelten für den Zeitraum auch wieder strenge Kontaktbeschränkungen.

Die Niederlande steuern angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen auf einen neuen Teil-Lockdown zu. Das berichten niederländische Medien unter Berufung auf Regierungskreise. So soll ab Samstag ein eingeschränkter Shutdown von drei Wochen beginnen.

Ab Samstag müssen Gaststätten und Supermärkte um 20 Uhr schließen, andere Geschäfte bereits um 18 Uhr. Die 1,5 Meter-Abstandsregel wird wieder eingeführt, Bürger sollen wieder zu Hause arbeiten und maximal vier Besucher zu Hause empfangen. Sportwettkämpfe müssen ohne Publikum stattfinden, das gilt auch für Fußballspiele.

Von dem Shutdown ausgenommen sind Kinos und Theater. Besucher müssen nur - wie bisher - nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. Die geschäftsführende Regierung will diese 3G-Regel ausweiten auf Geschäfte und möglicherweise auch Arbeitsplätze. Außerdem soll für einige Bereiche die 2G-Regel eingeführt werden - möglicherweise für Kneipen und Festivals.

Vor zehn Tagen gab es die ersten Verschärfungen. Die Maskenpflicht wurde erneut ausgedehnt auf öffentliche Räume wie Geschäfte. Doch viele Bürger hielten sich nicht an die Regeln. Und die Durchsetzung etwa in Lokalen wurde auch wenig kontrolliert.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen und der Patienten stieg schnell. Sie liegt nun weit über 16.000 täglich und die Inzidenz ist mit weit über 500 doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Lage vor allem auf Intensivstationen ist so prekär, dass Krankenhäuser vor dem Notzustand warnen.

Bis zum Freitagmorgen waren in 24 Stunden 259 neue Covid-Patienten registriert worden. Das ist die höchste Zahl seit dem 15. Mai. In den Krankenhäusern werden nun 1755 Menschen wegen Covid-19 behandelt.

Der Widerstand gegen einen begrenzten Lockdown ist groß. Unternehmer, Sportverbände und Gastwirte reagierten empört. Der Gaststättenverband warnte davor, dass sich Wirte nicht an die Regeln halten würden.

Quelle: ntv.de, mdi/can/dpa

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