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Rassistische Äußerung Nobelpreisträger muss Ehrentitel abgeben

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1962 erhielt Watson zusammen mit Francis Crick und Maurice Wilkins den Nobelpreis für Medizin.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es ist nicht das erste Mal, dass Nobelpreisträger Watson mit rassistischen Behauptungen auffällt. Bereits 2007 äußert er sich abfällig gegenüber Schwarzen. Schon damals haben seine Worte Konsequenzen. Seine jüngsten Bemerkungen kosten ihn jetzt gleich mehrere Ehrentitel.

Der US-amerikanische Nobelpreisträger James Watson hat wegen rassistischer Bemerkungen die Ehrentitel seiner früheren akademischen Wirkungsstätte verloren. Das auf Long Island bei New York ansässige Cold Spring Harbor Laboratory teilte in einem Kommuniqué mit, dass dem 90-Jährigen der Titel des emeritierten Kanzlers, des Ehrentreuhänders und ein emeritierter Professorentitel aberkannt wurden.

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Die Forschungsinstitution wies Watsons jüngste Bemerkungen zu Ethnien und Genetik als "verwerflich" und "wissenschaftlich nicht haltbar" zurück. Laut einem BBC-Bericht wiederholte Watson in einer TV-Aufzeichnung Anfang Januar frühere Bemerkungen aus dem Jahr 2007, dass Schwarze wegen ihrer Gene weniger intelligent seien als Weiße. Das hatte ihn damals seinen Posten als Kanzler gekostet, Cold Springs entband ihn seinerzeit auch von allen weiteren administrativen Aufgaben.

Seine jüngsten Bemerkungen konterkarierten nun seine damalige schriftliche Entschuldigung, teilte Cold Springs mit. Deshalb habe das Laboratorium ihm nun auch die Ehrentitel aberkannt. Watson gilt als einer der Entdecker der Molekularstruktur der Desoxyribonukleinsäure (DNS), der Trägerin der Erbinformationen von Lebewesen.

1962 erhielt er zusammen mit Francis Crick und Maurice Wilkins den Nobelpreis für Medizin. Laut BBC befindet sich Watson, der im April 91 wird, nach einem Autounfall derzeit in einem Pflegeheim und nimmt seine Umwelt nur sehr eingeschränkt wahr.

Quelle: n-tv.de, jki/dpa

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