Panorama

Pandemie verhindert Nachschub Norwegens Soldaten müssen Unterhosen weitergeben

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Bisher durften Soldaten zu Beginn ausgehändigte Unterhosen, BHs und Socken am Ende ihrer Ausbildung behalten.

(Foto: imago/Westend61)

Für norwegische Soldaten geht der coronabedingte Materialmangel an die Substanz: Wehrdienstleistende sollen am Ende der Dienstzeit ihre Unterwäsche an die Nachfolger weiterreichen. Auch wenn ein Armeesprecher eine hygienische Übergabe versichert, gibt es harsche Kritik an der Maßnahme.

Norwegische Militärdienstleistende sollen künftig am Ende der Dienstzeit Unterhosen, BHs und Socken ihren Nachfolgern hinterlassen. "Das hilft uns, diesen Teil der Bekleidung wiederzuverwenden. Wir haben einfach nicht genug auf Lager", sagte Armeesprecher Hans Meisingset dem öffentlich-rechtlichen Sender NRK. Hintergrund ist demnach die Materialknappheit im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie.

Bisher durften Wehrdienstleistende nach ihrer Entlassung die zum Beginn der Ausbildung ausgehändigte Unterwäsche aus der Kaserne behalten, die Rückgabe war freiwillig. Fabrikschließungen und Transportprobleme im Zuge der Covid-19-Pandemie haben jedoch zu erheblichen Störungen der Lieferketten geführt, wie NRK berichtete.

Armeesprecher Meisingset versicherte: "Die Textilien werden gewaschen, gereinigt und überprüft. Was wir den Soldaten ausgeben, ist in gutem Zustand." Eirik Sjohelle Eiksund, ein Vertreter der Wehrpflichtigen, kritisierte im Gespräch mit dem Fachmedium Forsvarets Forum die Materialknappheit. Sie könne sich negativ auf Militäroperationen auswirken und "im schlimmsten Fall" die Sicherheit der Soldaten gefährden.

In Norwegen besteht weiterhin eine Wehrdienstpflicht. Rund 8000 junge Männer und Frauen werden jährlich für die Streitkräfte verpflichtet. Norwegen liegt an der nördlichen Außengrenze der NATO und teilt sich im Nordosten eine knapp 200 Kilometer lange Grenze mit Russland.

Quelle: ntv.de, mdi/AFP

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