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Nach Spendenaktion von US-Paar Obdachloser fühlt sich um Geld betrogen

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Johnny Bobbitt jr. (l.) mit Mark D'Amico und Kate McClure kurz nach der Hilfsaktion.

(Foto: AP)

Eine US-Amerikanerin bleibt in einer gefährlichen Gegend ohne Benzin liegen. Ein Obdachloser hilft ihr in der prekären Lage. Sie revanchiert sich mit einer riesigen Spendenaktion. Nun stellt sich heraus: Der Helfer selbst sieht nur einen Bruchteil des Geldes.

Johnny Bobbitt jr. lebt an einer Autobahnausfahrt in Philadelphia, eben dort, wo Kate McClure im Oktober des vergangenen Jahres mit ihrem Wagen liegenbleibt. Der 34-Jährige rät ihr, im Wagen sitzen zu bleiben und die Türen zu verriegeln. Kurz danach kehrt er mit einem kleinen Kanister voller Benzin zurück, den er von seinen letzten 20 Dollar gekauft hat. McClure kann unbeschadet heimfahren.

Die 27-Jährige ist so gerührt, dass sie sich bei ihrem Helfer revanchieren will. Sie ruft für Bobbitt eine großangelegte Spendenaktion ins Leben. Auf "GoFundMe" erzählt sie den Leuten seine Geschichte, die um die Welt geht. Mehr als 14.000 Menschen spenden für Bobbitt. Mit dem Geld soll der Marine-Veteran endlich wieder eine Wohnung und Arbeit finden. Doch heute ist sich Bobbitt sicher: McClure und ihr Freund D'Amico haben ihn um einen Großteil seines Geldes gebracht.

400.000 Dollar hatte die Spendenaktion in die Kasse des Paares gespült. Anfangs kauften die beiden noch Essen, Kleidung, ein Auto und einen Wohnwagen für den Bettler. Die zwei ließen ihn sogar auf ihrem Grundstück wohnen. Größere Summen wollten sie ihm aber nicht geben. Aus Angst, dass er das Geld für Drogen und Alkohol verschleudert, behaupten sie.

McClures BMW beschlagnahmt

Vor einer Woche nun reichte Bobbitt Klage gegen seine vermeintlichen Gönner ein. Sein Anwalt Chris Fallon sagt, Bobbit habe insgesamt nur 75.000 Dollar erhalten, von denen auch das Auto und der Trailer gekauft wurden. Laut McClures Freund D'Amico waren zuletzt noch 250.000 Dollar des Spendenbetrags übrig. Jetzt ist aber offenbar auch dieses Geld verschwunden.

Johnny Bobbitt jr. lebt mittlerweile wieder auf der Straße. Er beschuldigt McClure und D'Amico, das Geld für sich selbst ausgegeben zu haben. Tatsächlich machten die zwei nach dem Start der Spendenaktion plötzlich mehrere Reisen. Silvester ging es nach Las Vegas, sie unternahmen einen Helikopterflug über den Grand Canyon und fuhren gleich mehrfach zum Shoppen nach New York City. Bilder ihrer Trips postete Kate McClure bei Instagram.

Ihr Anwalt bittet dennoch darum, nicht vorschnell zu urteilen, und seiner Mandantin die Chance zu geben, den Verbleib des Geldes aufzuklären. Eine erste Deadline, die dem Paar zum Transfer der verbliebenen Summe gesetzt wurde, hat es allerdings bereits verstreichen lassen. Am Donnerstag nun wurde McClures BMW beschlagnahmt, die Untersuchungen gegen sie und D'Amico laufen.

In einem Gespräch mit dem "Philadelphia Inquirer" sagt "GoFundMe"-Sprecher Bobby Withhorne jetzt, das Unternehmen arbeite mit dem Gericht zusammen, um sicherzustellen, dass Bobbitt auch endlich das restliche Geld zugute kommt.

Quelle: n-tv.de, nan

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