Panorama

Norwegische Polizei informiert Opfer sind vier Frauen und ein Mann

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In Kongsberg werden noch immer Spuren der Angriffe gesichert.

(Foto: dpa)

Norwegen steht nach dem Amoklauf von Kongsberg unter Schock. Auf einer Pressekonferenz gibt die Polizei erste Ergebnisse ihrer Ermittlungen bekannt. Polizeichef Sæverud nennt auch Details zu den Opfern.

Die norwegische Polizei hat auf einer Pressekonferenz erste Details zu den Opfern von Kongsberg bekannt gegeben. Demnach handelt es sich um vier Frauen und einen Mann. Alle Opfer seien zwischen 50 und 70 Jahre alt, zwischen ihnen und dem Täter habe es keine persönlichen Beziehungen gegeben, teilte Polizeichef Ole Bredrup Sæverud mit. Noch sei keiner der Getöteten offiziell identifiziert worden, dies werde auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Angehörigen seien unter diesem Vorbehalt verständigt worden, sagte Sæverud. Möglicherweise seien alle Opfer erst nach Eintreffen der Polizei getötet worden. Aufgrund der umfangreichen Ermittlungen wolle man dazu aber zunächst keine weiteren Details bekannt geben.

Zu dem festgenommenen 37-Jährigen sagte der Polizeichef: Die Polizei stand bereits vor seiner Tat wegen mutmaßlicher Radikalisierungstendenzen im Kontakt. "Es gab schon früher Befürchtungen einer Radikalisierung", so Sæverud. Diesen Befürchtungen sei 2020 und bereits zuvor nachgegangen worden. "Wir haben die eingegangenen Meldungen weiterverfolgt und im Jahr 2021 keine Meldungen über Radikalisierung erhalten", so der Beamte.

Der Sender NRK berichtet, dass der Festgenommene 2020 verurteilt wurde, nachdem er gedroht hatte, zwei Familienangehörige zu töten. Er durfte sich diesen Personen nicht nähern. Außerdem sei er schon früher wegen Drogen- und Eigentumsdelikten aufgefallen.

Der dänische Staatsbürger wird nach dem derzeitigen Kenntnisstand wegen mehrfachen Mordes angeklagt. Der Mann müsse die Umstände erkannt haben, schätzte der Polizeichef ein. Bisher gehen die Ermittler davon aus, dass er bei seinen Taten am Mittwochabend in Kongsberg allein handelte, es gebe aber auch geheimdienstliche Ermittlungen.

Nachbereitung notwendig

Auf die Frage, warum es so lange gedauert habe, den Täter unter Kontrolle zu bringen, antwortete Sæverud, das könne er noch nicht sagen. Um 18.13 Uhr habe es die erste Meldung gegeben, dass ein Mann in Kongsberg mit Pfeil und Bogen schieße, teilte der Polizeichef mit. Die Situation sei aber dann sehr unübersichtlich und mehrere Polizeiteams seien beteiligt gewesen. Man müsse aus dem Vorfall lernen, aber an diesem Punkt sei man jetzt noch nicht.

Ausdrücklich bat Sæverud darum, keine Fotos oder Videos von den Taten oder Tatorten in sozialen Medien zu teilen. Diese Inhalte zu verbreiten, sei nicht zu rechtfertigen. Der Beamte begründete das mit Respekt vor den Beteiligten und den Angehörigen, aber auch damit, dass Kinder und Jugendliche in sozialen Medien Dinge sehen, "auf die sie nicht vorbereitet sind oder mit denen sie nicht umgehen können".

Am Mittwochabend hatte ein 37-Jähriger an mehreren Orten im Zentrum der Stadt Kongsberg mit Pfeil und Bogen um sich geschossen. Er tötete fünf Menschen und verletzte zwei weitere. Rund eine Viertelstunde nach der Tat wurde er festgenommen und anschließend in eine Polizeidienststelle in der Nachbarstadt Drammen gebracht. Laut einem Bericht des Senders TV2 hatte der Mann auch ein Messer und weitere Waffen bei sich. Dazu wollte sich die Polizei mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen aber nicht äußern.

Quelle: ntv.de, sba

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