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Hilfssheriff griff nicht ein Parkland-Massaker: Wachmann vor Gericht

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Statt sich dem Täter entgegenzustellen, soll sich Peterson vor dem Gebäude positioniert haben.

(Foto: REUTERS)

Bei einem Amoklauf an einer Highschool im US-Bundesstaat Florida sterben im vergangenen Jahr 17 Menschen. Weil ein Wachmann der Schule während des Massakers untätig blieb, muss er sich nun vor Gericht verantworten. Ihm droht eine lange Haftstrafe.

Fast eineinhalb Jahre nach dem Schulmassaker von Parkland ist ein damals untätig gebliebener Hilfssheriff festgenommen und angeklagt worden. Dem 56-jährigen Scot Peterson wird unter anderem Vernachlässigung von Kindern und grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen, wie die Justizbehörden im Bundesstaat Florida mitteilten. Peterson habe "absolut nichts" unternommen, um das Massaker zu stoppen.

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"Es kann keine Entschuldigung für seine komplette Untätigkeit geben und es gibt keinen Zweifel, dass seine Untätigkeit Leben gekostet hat", erklärte Justizvertreter Rick Swearingen. Laut der örtlichen Zeitung "Sun Sentinel" drohen Peterson bis zu 97 Jahre Haft.

Ein ehemaliger Mitschüler hatte am Valentinstag 2018 an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland mit einem Schnellfeuergewehr um sich geschossen. Er tötete 14 Schüler und 3 Erwachsene. Der Schütze wurde nach der Tat festgenommen.

Zu Zeitpunkt des Amoklaufs war Peterson der einzige bewaffnete Wachmann auf dem Schulgelände. Aufnahmen aus Überwachungskameras zeigen, dass er während des Massakers vor dem Schulgebäude stand, aber nicht eingriff und das Gebäude nicht betrat. Nach Bekanntwerden der Aufnahmen bezeichnete US-Präsident Donald Trump Peterson öffentlich als "Feigling". Peterson beteuert, er habe sich an die Einsatzregeln gehalten. Sein Anwalt erklärte, sein Mandant werde zum Sündenbock gemacht.

Neben Peterson soll auch ein weiterer Wachmann untätig geblieben sein. Er habe sich damals zehn Minuten lang hinter einem Auto versteckt, ohne sein Funkgerät einzuschalten, hieß es. Der Mann wurde ebenfalls entlassen, aber nicht angeklagt.

Quelle: n-tv.de, jpe/dpa/AFP

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