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Spahn gibt Zeit zur Vorbereitung Pflichttest bei Einreise kommt erst Sonntag

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Ob Risikogebiet oder nicht: Alle Flugpassagiere aus dem Ausland müssen für die Einreise einen Test vorlegen.

(Foto: picture alliance / SVEN SIMON)

Rolle rückwärts bei den Regeln für Auslandsreisende: Weil Flugpassagiere und Airlines sich vorbereiten müssen, wird ein negativer Corona-Test erst in der Nacht zum Sonntag verpflichtend. Das stellt das Gesundheitsministerium klar und verschiebt den Starttermin um zwei Tage nach hinten.

Die geplante generelle Corona-Testpflicht für Einreisen per Flugzeug nach Deutschland soll ab diesem Sonntag um 0 Uhr gelten. Grund sei, dass Reisende und Fluggesellschaften sich darauf einstellen können, hieß es am Nachmittag aus dem Bundesgesundheitsministerium. Vorbehaltlich der Zustimmung durch das Kabinett solle die neue Einreiseverordnung am Freitag veröffentlicht werden.

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder hatten beschlossen, dass der Bund angesichts der weltweiten Pandemie eine generelle Testpflicht vor Abflug als Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland festschreiben soll.

Verordnung gilt bis zum 12. Mai

Schon jetzt müssen Einreisende einen negativen Test vor dem Abflug vorweisen, die aus "Hochinzidenzgebieten" mit besonders vielen Infektionen sowie Gebieten mit neuen Virusvarianten kommen. Künftig sind alle Flugreisenden betroffen, also beispielsweise auch Mallorca-Urlauber. Eine Ausnahmeregelung gibt es für die Flugzeugbesatzungen. Die Verordnung soll zunächst bis Mitte Mai gelten. Die generelle Neuregelung soll nun in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Kraft treten. Alle Passagiere, die per Flugzeug ab 0 Uhr nach Deutschland einreisen wollen, müssen sich verpflichtend vor Abreise testen lassen.

Der Test muss den Plänen aus dem Gesundheitsministerium zufolge frühestens 48 Stunden vor der Einreise nach Deutschland gemacht werden. Flugreisende sollen die Kosten der Tests grundsätzlich selbst tragen. Eine Beförderung durch die Fluggesellschaft ist nur mit negativem Testnachweis gestattet. Andernfalls soll man sich nach den örtlichen Vorschriften auf eigene Verantwortung in Isolierung begeben müssen.

FDP: "Was Mallorca kann, schaffen auch Borkum und Rügen"

Die tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Gabriele Hiller-Ohm, nannte die Ausweitung der Testpflicht "richtig und notwendig". Es stünden jetzt mehr Tests zur Verfügung, so dass sie "auch besser im Freizeitbereich insgesamt" eingesetzt werden könnten. "Das sorgt für mehr Sicherheit und schafft Vertrauen." Kritisch äußerte sich Hiller-Ohm zu Überlegungen in der Bundesregierung, Reisen in beliebte ausländische Urlaubsgebiete vorübergehend zu unterbinden. "Auslandsreisen pauschal zu verbieten, ist die falsche Herangehensweise", erklärte sie in Berlin. "Wir sollten jetzt nicht über Verbote diskutieren, sondern darüber, wie wir in diesen schwierigen Zeiten den Menschen eine Perspektive geben."

Der tourismuspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Marcel Klinge, lobte die Testpflicht für Flugreisende ebenfalls. Er forderte zugleich, innerhalb Deutschlands ebenfalls mehr Reiseverkehr zuzulassen: "Auch Inlandsreisen müssen mit flächendeckenden Tests schnell wieder möglich werden", erklärte er in Berlin. "Was Mallorca kann, schaffen auch Borkum und Rügen, wenn man sie lässt."

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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