Panorama

Festnahme in Neukölln Polizei findet Tatwaffe zu Ikea-Raub

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Der ausgeraubte Geldtransporter vor der Ikea-Filiale wird nach Spuren untersucht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vier Täter überfallen vor einer Berliner Ikea-Filiale einen Geldtransporter und fliehen mit dem Geldkoffer. Nun gelingt der Polizei ein Ermittlungserfolg: Bei Wohnungsdurchsuchungen in Neukölln stoßen die Beamten auf eine mögliche Tatwaffe und nehmen einen der mutmaßlichen Gangster fest.

Die Polizei hat nach dem Raubüberfall auf einen Geldtransporter am Ikea-Möbelhaus in Berlin-Schöneberg bei einem festgenommenen Verdächtigen eine mutmaßliche Tatwaffe gefunden. Außerdem seien bei den Durchsuchungen am Donnerstag Spuren festgestellt worden, "die auf seine Anwesenheit am Tatort und seine unmittelbare Tatbeteiligung hindeuten", teilte die Polizei mit. Gegen den 18-jährigen Mann aus Neukölln ergebe sich daraus ein dringender Tatverdacht.

Die Polizei ermittelt noch zu den drei anderen Tätern. Am Donnerstag hatte sie Wohnungen und Autos von mehreren Menschen durchsucht. Die Besitzer stünden als Nutzer, Halter oder über eine Autovermietung in Verbindung zum Fluchtwagen der Räuber.

Vier Täter hatten am 15. Dezember 2020 den Geldtransporter am Hintereingang der Filiale überfallen, Fahrer und Beifahrer mit einem Schnellfeuergewehr und einer Pistole bedroht und zur Herausgabe eines Geldkoffers gezwungen. Die Männer waren in einem weißen Auto mit gestohlenen Nummernschildern geflüchtet. Ermittelt wird wegen schweren Raubes und Verbrechens nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz.

Polizei prüft Zusammenhang mit Überfall-Serie auf Banken

Die Tat erinnert an mehrere ähnliche Verbrechen in Berlin im vergangenen Jahr. Am 16. Juni überfielen Räuber einen Geldboten vor einer Bank in der Detmolder Straße in Wilmersdorf. Die Täter sollen einen Geldkoffer mit einer halben Million Euro erbeutet haben. Am 31. Juli verübten vier Räuber einen Überfall auf einen Geldboten an einer Postbank-Filiale am Hermannplatz in Neukölln. Sie versprühten Reizgas und versuchten, dem Mann Geld zu entreißen, flüchteten aber ohne Beute mit einem Auto. Am 4. August folgte ein Überfall auf dieselbe Bankfiliale in Wilmersdorf wie im Juni. Die Täter rammten mit einem Wagen ein Fenstergitter und gelangten in das Gebäude. Ein Wachmann tauchte auf, mehrere Schüsse wurden abgefeuert, der Mann wurde getroffen. Die Täter zündeten das Auto an und liefen zur nahe gelegenen Autobahn 100, wo ein Fluchtfahrzeug wartete.

Gefasst wurden die Täter bisher nicht. Die Polizei verweist auf unterschiedliche Vorgehensweisen bei den Taten, prüft jedoch mögliche Zusammenhänge. Außerdem ermittelte sie, ob Spuren oder Hinweise zu kriminellen Mitgliedern arabischstämmiger Clans führen, die in den vergangenen Jahren mehrfach Überfälle auf Geldtransporte und Kaufhäuser und Einbrüche in Banken verübten.

Quelle: ntv.de, mau/dpa