Panorama

Suche nach vermissten Kindern Polizei gräbt Garten von Wuppertaler um

d14b542a9b8d1f6a4682f2157a125fc8.jpg

Bis zu 80 Beamte waren zeitweise in die akuten Ermittlungen zu dem Fall eingebunden.

(Foto: dpa)

Bei einer Razzia im Haus eines 83-Jährigen wegen des vermuteten Besitzes von Kinderpornografie machen Ermittler einen besorgniserregenden Fund. In einem Tresor liegen Zeitungsberichte über vermisste Kinder. Bagger werden angefordert - der Garten des Mannes rückt in den Fokus.

Bei der Durchsuchung des Hauses eines 83-jährigen Wuppertalers sind Ermittler in einem Tresor auf Zeitungsartikel über vermisste Kinder gestoßen. Der eigentliche Anlass der Razzia war der Verdacht, der Mann sei im Besitz von Kinderpornografie - was sich laut den Ermittlern nach einer ersten Sichtung von gefundenen Datenspeichern auch bestätigte. Bereits am Dienstag war die Polizei zum ersten Mal zu dem Haus angerückt.

5bcfa9225ff3f86bc5445c832977ef08.jpg

Ein Polizist bringt eine mit einer Decke abgedeckte Person aus dem Haus - ist es der Verdächtige?

(Foto: dpa)

Nach dem Fund der Zeitungsartikel wurden die Suchmaßnahmen rund um das Wohnhaus jedoch ausgeweitet, um "sicherzugehen", wie Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert sagte. Bereits am Donnerstag sei auf dem Grundstück gegraben worden.

Laut "Bild" begannen die Grabungen im "verwahrlosten Garten" bei einem zugewachsenen Teich. Augenzeugen hatten berichtet, dass zwei Bagger im Garten des Mannes platziert worden waren. Der Verdächtige hat beteuert, keinem Kind etwas angetan zu haben. "Wir haben bis jetzt keinen Hinweis, dass es zu so einem Delikt gekommen ist", sagte der Oberstaatsanwalt.

Die Polizei hatte zuvor bei der umfangreichen Durchsuchung 50 Festplatten, mehrere Laptops und Computer mit Bildmaterial sichergestellt. Es bestätigte sich der Verdacht, dass der Senior im Besitz von Kinderpornografie war. Gegen den Verdächtigen wurde Haftbefehl erlassen, der jedoch gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wurde. Außerdem fanden die Beamten bei der Durchsuchung einen scharfen Revolver und Teile einer Panzerabwehrrakete ohne Sprengkopf. Deshalb musste zusätzlich der Kampfmittelräumdienst hinzugezogen werden.

Ehrenamtlich bei Hausaufgabenbetreuung

Der 83-jährige Rentner arbeitete den Angaben zufolge ehrenamtlich in der Hausaufgabenbetreuung von Schulkindern. Die Ermittler standen deshalb in "engem Austausch" mit betroffenen Einrichtungen. "Nach jetzigem Stand intensiver kriminalpolizeilicher Ermittlungen" gebe es bislang aber keine Hinweise auf sexuelle Übergriffe auf Kinder in Einrichtungen, für die der Verdächtige zuletzt tätig war, hieß es.

Auch im ehemaligen Zimmer des 52-jährigen Sohnes des Verdächtigen fanden Ermittler einschlägiges Bildmaterial, weshalb sie auch dessen Wohnung in Dortmund durchsuchten. Dort fand sich allerdings nichts.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa/AFP

Mehr zum Thema