Panorama

Drogen, Waffen, Kinderpornos Polizei nimmt Darknet-Server vom Netz

Das Darknet gilt als Tummelplatz für illegale Geschäfte - Ermittlern gelingt jetzt ein Schlag gegen die Hintermänner. In Rheinland-Pfalz wird ein Server vom Netz genommen, sieben Verdächtige kommen in Haft. Sie könnten für einen spektakulären Angriff auf Telekom-Router verantwortlich sein.

Deutschen Ermittlern ist ein Schlag gegen international agierende Cyberkriminelle gelungen: Bei einer Aktion in Rheinland-Pfalz mit mehreren Hundert Einsatzkräften seien am Donnerstag sieben Tatverdächtige festgenommen worden, unter anderem Betreiber eines illegalen Rechenzentrums, teilte das Landeskriminalamt am Abend mit. Ein im nördlichen Rheinland-Pfalz betriebener Server sei vom Netz genommen und sichergestellt worden.

Insgesamt 13 Täter stehen im Verdacht, als Betreiber eines Rechenzentrums in einem ehemaligen Nato-Bunker in Traben-Trarbach an der Mosel zahlreiche Webseiten gehostet zu haben, über die international agierende Kriminelle ihre Machenschaften betrieben, wie die Generalstaatsanwaltschaft in Koblenz mitteilte. Bei den Verdächtigen handle es sich um Mitglieder einer international agierenden Bande.

Zu den Taten von Kriminellen, die über die Server in Rheinland-Pfalz abliefen, gehörten den Angaben zufolge der Vertrieb von Drogen, gefälschten Dokumenten und gestohlenen Daten. Zudem wurden Kinderpornografie verbreitet und großangelegte Cyberangriffe durchgeführt.

Angriff auf 1,25 Millionen Telekom-Router

Kunden der Tatverdächtigen sollen unter anderem die Betreiber des weltweit zweitgrößten Darknet-Marktplatzes für Drogen, "Wall Street Market", gewesen sein - den hatten Ermittler im Frühjahr zerschlagen. Auch der Angriff auf 1,25 Millionen Telekom-Router Ende November 2016 wurde laut Generalstaatsanwaltschaft über einen Server im Cyberbunker gesteuert.

Ein derartiger Hoster sei erstmals in Deutschland ausgehoben worden, hieß es. Ein Webhoster stellt die Infrastruktur für eine Internetpräsenz zur Verfügung. Bei der Zugriffsaktion mit Unterstützung von Spezialeinheiten wie der GSG9 habe es Durchsuchungen in Deutschland und im benachbarten Ausland gegeben. Sie sei Ergebnis von fast fünf Jahre langen Ermittlungen gewesen. Am Mittag wollen die Ermittler über weitere Details informieren.

Quelle: n-tv.de, kst/dpa

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