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Sogar den Papst getäuscht Polizei nimmt Rollstuhl-Betrüger fest

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Um nicht aufzufallen, spritzte sich Roberto G. ein Betäubungsmittel in die Beine.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zwölf Jahre lang gaukelt Roberto G. der Öffentlichkeit vor, er sei querschnittsgelähmt. Neben einer stattlichen Invalidenrente erschleicht sich der Betrüger auch eine Audienz beim Papst. Doch dann kommt die Polizei dem Simulanten auf die Schliche.

Er hat sogar den Papst hinters Licht geführt: Die italienische Polizei hat in Florenz einen Mann festgenommen, der sich fälschlicherweise zwölf Jahre lang als querschnittsgelähmt ausgab. Ihm wird schwerer Betrug vorgeworfen, wie italienische Medien berichteten. Der Italiener soll sich insgesamt 137.000 Euro Invalidenrente erschlichen haben.

Die Geschichte des mutmaßlichen Betrugs beginnt im Jahr 2007. Damals, so berichtet die Tageszeitung "La Repubblica", täuschte Roberto G. einen Unfall vor. Er bat einen Freund so zu tun, als habe er G. mit dem Auto überfahren. Mithilfe eines falschen Attests täuschte der Verdächtige alle Ärzte, die ihn untersuchten. Der mutmaßliche Betrüger bewegte sich in der Folge fast ausschließlich im Rollstuhl fort. Um nicht aufzufliegen, spritzte er sich das Betäubungsmittel Lidocain, das seine Beinmuskulatur erschlaffen ließ.

Im Jahr 2014 trieb G. sein falsches Spiel nach Medienberichten auf die Spitze: In einem langen Brief an Papst Franziskus beschrieb er die Schwierigkeiten, die ihm seine Behinderung angeblich täglich bereitete. Der gerührte Pontifex lud den Verdächtigen daraufhin in den Vatikan ein und empfing ihn vor einem großen Publikum und zahlreichen Fotografen. "Der Papst hat mir den Himmel wieder geöffnet", sagte G. damals.

Am Dienstag hatte der mutmaßliche Betrüger dann ausgespielt. Die Polizei nahm ihn fest, als er ein Flugzeug verließ und ohne Schwierigkeiten die Gangway hinabstieg. Zuvor hatten ihn bereits zahlreiche Fotos und Videos als Betrüger entlarvt. Auch seine ehemalige Haushaltshilfe berichtete, G. habe sich zu Hause stets frei bewegen können.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP

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