Panorama

Bombenalarm in Potsdam Polizei sprengt verdächtiges Paket

Ein verdächtiges Paket auf einem Potsdamer Weihnachtsmarkt ruft am Nachmittag die Polizei auf den Plan. Wenig später bestätigen Experten den beunruhigenden Verdacht: In dem Paket befinden sich Nägel, Drähte - aber kein Zünder.

Bei der vermeintlichen Paketbombe in Potsdam hat es sich um ein Imitat gehandelt. Der brandenburgische Innenminister Karl-Heinz Schröter sprach gegenüber dem RBB von einem "sehr gut imitierten Sprengkörper". Demnach befanden sich in dem Paket eine mit Nägeln gefüllte Konservendose und ein Polenböller. Das habe eine Röntgenuntersuchung gezeigt, so Schröter. Das Paket sei aber nicht explosionsfähig gewesen, weil kein Zünder darin war. Die Polizei sprach davon , dass sich in dem Paket "etliche hundert Gramm Nägel" sowie Drähte, Pulver und Batterien befanden.

Die Polizei hatte den Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt und angrenzende Geschäfte am Nachmittag geräumt. Auf Twitter erklärten die Ermittler später, dass sich ein verdächtiger Gegenstand als "Unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung" herausgestellt habe. Experten der Bundespolizei sprengten das Paket anschließend kontrolliert in die Luft.

"Komische Drähte"

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Der traditionelle Weihnachtsmarkt "Blauer Lichterglanz" in der Potsdamer Innenstadt.

(Foto: imago/Martin Müller)

Laut den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" wurde das Paket von einem Boten in einer Apotheke abgegeben. Der Apothekeninhaber sagte dem Blatt, beim Auspacken habe er gemerkt, "dass da so komische Drähte herausguckten". Daraufhin habe er das Paket aus der Apotheke getragen und die Polizei informiert. Deren Spezialisten öffneten es mit einem Wasserstrahl. Berichten zufolge gab es dabei einen Knall.

Von einem Anschlag auf den angrenzenden Weihnachtsmarkt zu sprechen, hält der brandenburgische Innenminister für verfrüht. Er erklärte, das Paket könne auch dem Apotheker gegolten haben.

*Datenschutz

Aufgrund der anhaltenden Sperrung des Weihnachtsmarktes und der näheren Umgebung hat die Feuerwehr für Anwohner einen Wärmebus bereitgestellt. Die Polizei geht davon aus, dass der Markt am Samstag wieder öffnen kann. Sie sucht mit Spürhunden in der Umgebung nach weiteren Paketen gleicher Bauart. In den kommenden wollen die Behörden deutschlandweit nach möglichen Parallelen suchen. Dann werde geprüft, ob Inhalte des Sprengsatzes ohne Zünder schon einmal irgendwo anders entdeckt worden seien, sagte Innenminister Schröter im RBB. Man werde Abfragen an alle Bundesländer richten, sobald der Inhalt endgültig analysiert sei.

Der traditionelle Weihnachtsmarkt "Blauer Lichterglanz" findet alljährlich in der Potsdamer Innenstadt statt. Er erstreckt sich entlang der Brandenburger Straße bis zum Luisenplatz, nahe des Schlossparks Sanssouci.

Weihnachten mit Betonbarrieren

Anfang der Woche waren in Deutschland zahlreiche Weihnachtsmärkte eröffnet worden. Die Sicherheitsvorkehrungen waren nach dem Attentat auf einen Berliner Weihnachtsmarkt vor fast einem Jahr bundesweit verschärft worden. In vielen Städten wurden Betonbarrieren aufgestellt. Gleichzeitig appellierten Politiker an die Menschen, sich durch die Terrorbedrohung nicht einschüchtern zu lassen.

Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Markt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70.

Quelle: ntv.de, chr/AFP/dpa