Tausende Jahre altes DiebesgutPolizei stellt vorrömische Fresken sicher

Vor Jahrzehnten wurden sie von Raubgräbern weggeschafft. Nun bringt sie die Polizei wieder an ihren Platz: Fünf wertvolle Fresken aus dem dritten und vierten Jahrhundert vor Christus werden sichergestellt. Für Historiker ist es ein Meilenstein.
Die italienische Polizei hat fünf wertvolle Fresken aus dem vierten und dritten Jahrhundert vor Christus sichergestellt, die vor Jahrzehnten von Raubgräbern weggeschafft worden waren. Sie stammen aus der südlich von Pompeji in der Region Kampanien gelegenen Ruinenstätte von Paestum. "Es ist ein außergewöhnlicher Fund", sagte der Direktor der Stätte, Gabriel Zuchtriegel, in Rom.
In Paestum waren rund 200 bemalte Gräber der Lukaner entdeckt worden, die vor den Römern in der Region herrschten. Die jetzt gefundenen Fresken wurden laut Zuchtriegel wahrscheinlich schon in den 70er Jahren von Raubgräbern entwendet.
Kunstraub ist großes Problem
Sie zeigen Frauen, die berittene Krieger bei ihrer Rückkehr aus der Schlacht begrüßen. Sie wurden im März dieses Jahres in Campione d'Italia entdeckt, einer italienischen Exklave auf Schweizer Gebiet. Sie sollen bis Januar in einem Museum der Carabinieri ausgestellt werden und dann nach Paestum zurückgehen.
Der aus Baden-Württemberg stammende Archäologe Zuchtriegel ist einer von 20 neuen Direktoren der großen italienischen Museen, die in diesem Jahr von der italienischen Regierung berufen wurden. Das Problem der Raubgräber werde nicht gelöst, solange es skrupellose Händler gebe, die für so etwas bezahlten, sagte er. In der vorigen Woche waren aus einem Museum in Verona 17 wertvolle Gemälde geraubt worden. "Wir haben unsere besten Ermittlungskräfte im Einsatz, mehr kann ich nicht sagen", sagte Kulturminister Dario Franceschini.