Panorama

Abgehauen nach tödlichem StreitPolizei sucht Radfahrer jetzt öffentlich

21.05.2020, 12:50 Uhr
20200520-755-4
Diesen Mann sucht die Münchner Polizei: Grau meliertes Haar, starke Waden, dunkles Fahrrad. (Foto: Polizei München)

In München liefert sich ein Radfahrer zunächst einen Wortwechsel mit einem anderen, dann stürzt er - wenig später ist der Mann tot. Nun sucht die Polizei den Widersacher, der den Schwerverletzten am Boden zurückgelassen haben soll.

Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Radfahrern endete am Sonntag in München tödlich: Ein 37-Jähriger zog sich bei einem Sturz so schwere Kopfverletzungen zu, dass er noch in der folgenden Nacht in einem Krankenhaus verstarb. Der zweite Beteiligte stürzte ebenfalls, blieb aber offenbar unverletzt und flüchtete auf seinem E-Bike vom Unfallort. Den Verletzten ließ er zurück. Nun fahndet die Polizei auf Beschluss des Amtsgerichts öffentlich nach dem Mann.

In der Hochstraße, so rekonstruierte es die Polizei, fuhren beide Fahrer zunächst hintereinander her, bevor der Unbekannte überholen wollte. Dabei kam es zunächst zu einem Wortgefecht zwischen den beiden Männern, dann kamen beide zu Fall. Warum? Das muss die Polizei noch aufklären. "Der unbekannte Fahrradfahrer stand nach seinem Sturz auf, setzte sich unvermittelt auf sein Fahrrad und flüchtete von der Unfallörtlichkeit", heißt es in der Pressemeldung.

"Bitte stellen Sie sich"

Im Rahmen der Ermittlungen hatte die Polizei Bilder einer Überwachungskamera ausgewertet, die den Gesuchten nach dem Sturz zeigen: Der Mann sei zwischen 45 und 50 Jahre alt, etwa 1,80 bis 1,95 Meter groß und "sehr stämmig" mit "starken Waden", so die Polizei. Zur Tatzeit trug er eine kurze, blaue Hose und einen dunklen Rucksack und war auf einem dunklen E-Bike unterwegs, das weiße Applikationen am unteren Ende der Gabel und an der Kettenstrebe vor dem Hinterrad hat.

Die Witwe des Verstorbenen wandte sich ebenfalls an den Mann: "Bitte stellen Sie sich. Sie haben mir das Liebste genommen, den Vater meiner Kinder. Wenn Sie ein Mensch sind, dann wissen Sie, wie das ist, wenn man das Liebste verliert", appellierte sie via "Bild"-Zeitung". Der Vater des 37-Jährigen sagte, er hoffe nur, dass sein Sohn nicht habe leiden müssen, denn "so zu sterben, habe keiner verdient".

Die Polizei bittet Personen, die Hinweise zum Unfallhergang machen können, sich mit dem Unfallkommando, Tegernseer Landstraße 210, 81549 München, Tel.: 089/6216-3322 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Quelle: ntv.de, ter

PolizeiMünchenFahrrad