Panorama

Verbindung zu Anschlag in Nizza? Polizei tötet Angreifer bei Avignon

86423417.jpg

Der erschossene Mann in Montfavet soll zuvor Passanten bedroht haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Kurz nach einem mutmaßlichen islamistischen Anschlag im südfranzösischen Nizza erschießen Polizisten einen Mann nahe der Stadt Avignon. Laut Ermittlern hat er zuvor Passanten mit einer Pistole bedroht. Noch ist unklar, ob zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht.

In der Nähe der südfranzösischen Stadt Avignon hat es einen mutmaßlich islamistischen Angriff auf Passanten gegeben. Ein Mann habe in dem Ort Montfavet mehrere Menschen mit einer Pistole bedroht, teilte die Polizei mit. Beamte haben den Mann erschossen. Der Hörfunksender Europe 1 meldete, der Angreifer habe "Allahu akbar" (Gott ist groß) gerufen. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.

Kurz zuvor war ein mutmaßlich islamistischer Anschlag in Nizza bekannt geworden. Dort tötete ein Mann in der Nähe der katholischen Kirche Notre Dame mindestens drei Menschen mit einem Messer. Sechs weitere Menschen wurden verletzt, teilte die Polizei mit. Eine Frau wurde von dem Täter enthauptet. Er wurde später festgenommen.

Zudem wurde am französischen Konsulat in Dschidda in Saudi-Arabien ein Sicherheitsbeamter angegriffen und leicht verletzt. Der Täter sei festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Der Mann sei um die 40 Jahre alt und habe den Wächter mit einem scharfen Werkzeug angegriffen, teilte die Polizei mit. Ob zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht, ist noch unklar.

Nach dem Vorfall in Nizza hat Frankreich die höchste Terror-Warnstufe ausgerufen. Sie gilt landesweit, wie Regierungschef Jean Castex in Paris mitteilte. Castex bezeichnete den Vorfall in Nizza als "ebenso feige wie barbarische Tat, die das ganze Land in Trauer versetzt".

Erst Mitte Oktober hatte ein 18-jähriger mutmaßlicher Islamist in einem Vorort von Paris den Geschichtslehrer Samuel Paty auf offener Straße mit einem Messer enthauptet. Paty hatte im Unterricht über Meinungsfreiheit die umstrittenen Mohammed-Karikaturen verwandt, die manche Muslime als Blasphemie werten.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/AFP/dpa