Panorama

Nach Amoklauf in Kanada Polizei vermutet Beziehungsstreit als Motiv

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Zahlreiche Kanadier wollten am Freitag der Opfer gedenken.

(Foto: picture alliance/dpa)

Am vergangenen Wochenende tötet ein Mann in Kanada wahllos 22 Menschen. Als möglichen "Katalysator" für die Bluttat vermutet die Polizei einen vorangegangenen Beziehungsstreit. Die Freundin des 51-jährigen Täters habe demnach noch rechtzeitig entkommen können.

Bei der schlimmsten Bluttat in der Geschichte Kanadas könnte den Ermittlern zufolge möglicherweise ein Streit zwischen dem späteren Täter und seiner Freundin der Auslöser gewesen sein. Der Mann habe sich mit seiner Freundin gestritten und diese handgreiflich angegriffen, sie habe aber fliehen können, sagten die Ermittler bei einer Pressekonferenz.

Dieser Vorfall "könnte möglicherweise der Katalysator gewesen sein, der das Ganze gestartet hat", sagte Ermittler Darren Campbell. Das müsse aber noch genauer untersucht werden, eine geplante Tat könne bislang ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Die Freundin habe sich nach dem Angriff in Wäldern versteckt, später die Polizei informiert und die Schlüsselinformationen zur Aufklärung der Tat geliefert, teilten die Ermittler mit.

Täter trug Polizeiuniform

Bei dem Vorfall hatte ein 51 Jahre alter Mann in der Atlantik-Provinz Nova Scotia am vergangenen Wochenende mindestens 22 Menschen getötet. Drei weitere Menschen wurden verletzt, mehrere Anwesen und Autos in Brand gesetzt. Nach rund zwölfstündiger Verfolgungsjagd, die sich über ein Gebiet von rund 100 Kilometer zog, war der Mann an einer Tankstelle im Ort Enfield von der Polizei gestellt und getötet worden.

*Datenschutz

Weil der Täter eine Polizeiuniform trug und ein Auto fuhr, das einem Polizeiauto ähnlich sah, sei es sehr schwer gewesen, ihn ausfindig zu machen, hieß es von den Ermittlern. Wie er an diese Ausstattung kam, ist bisher noch ungeklärt. Zahlreiche Kanadier wollten am Freitag der Opfer gedenken und deswegen rote Anziehsachen tragen und eine Schweigeminute einlegen.

Quelle: ntv.de, lri/dpa