Panorama

Mutmaßlicher Täter erschossen Polizist stirbt bei Messer-Angriff in Glasgow

Erneut kommt es in Großbritannien zu einer folgenschweren Messerattacke. In der schottischen Stadt Glasgow wird ein Polizist attackiert und stirbt. Um einen Terrorakt soll es sich nicht handeln.

Im schottischen Glasgow sind am Freitag mindestens sechs Menschen bei einem mutmaßlichen Messerangriff verletzt worden. Der Tatverdächtige sei erschossen worden, teilte die Polizei mit. Unter den Verletzten sei auch ein Polizist. Augenzeugen berichteten, dass Verletzte blutend auf der Straße gelegen hätten. Einen terroristischen Hintergrund schließt die Polizei nach eigenen Angaben aus.

"Die Person, auf die die Beamten geschossen haben, ist tot. Sechs weitere Menschen befinden sich zur Behandlung im Krankenhaus", erklärte Schottlands stellvertretender Polizeichef Steve Johnson. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr mehr.

Zu dem verletzten Polizisten sagte Johnson: "Sein Zustand ist kritisch, aber stabil." Nach Angaben der Polizeigewerkschaft Scottish Police Federation wurde der Beamte mit einem Messer verletzt. Nach Angaben der Wohltätigkeitsorganisation Positive Action in Housing, die sich für geflüchtete und wohnungslose Menschen einsetzt, ereignete sich der Vorfall in und um ein Hotel, das während der Corona-Zeit zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt wird.

Der britische Premierminister Boris Johnson zeigte sich "zutiefst betrübt über den schrecklichen Vorfall". Auf Twitter schrieb er: "Meine Gedanken sind bei all den Opfern und ihren Familien."

Die Attacke hatte im Zentrum der schottischen Metropole einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Mehrere Straßen wurden gesperrt und die nahe Umgebung abgeriegelt. Über den Online-Dienst Twitter appellierte die Polizei vorübergehend an die Bevölkerung, die Gegend um die West George Street unbedingt zu meiden.

Erst am vergangenen Samstag hatte ein mutmaßlicher Messer-Attentäter in der Stadt Reading westlich von London mit einem Messer auf Passanten eingestochen, drei Menschen starben. Die Polizei sprach einen Tag darauf von einem "Terroranschlag". Laut Medienberichten war der Mann den britischen Sicherheitsbehörden offenbar schon länger bekannt. Der 25-jährige Flüchtling aus Libyen war demnach erst Anfang Juni aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er eine Strafe für mehrere nicht-terroristische Straftaten verbüßt hatte.

Quelle: ntv.de, mba/AFP