Panorama
Mittwoch, 01. Oktober 2008

Leibwächter bekommt Recht: Pooth kassiert Niederlage

Weiterer Misserfolg für Franjo Pooth: Der nach der Pleite seines Unternehmens Maxfield in eine Reihe von Prozessen verwickelte Unternehmer hat vor dem Düsseldorfer Landgericht eine erste Niederlage einstecken müssen. Pooth darf nicht mehr behaupten, dass sein ehemaliger Leibwächter ihn bestohlen habe und in sein Haus eingebrochen sei. Das Gericht bestätigte die von dem Bodyguard erwirkte Einstweilige Verfügung und wies Pooths Widerspruch zurück. Pooth sei den Beweis für seine ehrverletzenden und herabwürdigenden Behauptungen schuldig geblieben.

Die Entscheidung, gegen die Franjo Pooth noch Berufung einlegen kann, ist für seine Frau Verona kein gutes Omen. Der Medienstar hatte sich in einem Interview ähnlich über den Ex-Leibwächter geäußert. Der Bodyguard verlangt von Verona Pooth nun sogar 70.000 Euro wegen Rufschädigung. Er habe nach den verheerenden Aussagen des TV-Stars seinen neuen Arbeitsplatz verloren und keine Aussicht mehr, in seinem Beruf zu arbeiten. Einen Termin für das Verfahren gegen Verona gibt es noch nicht.

Nicht mit Namen genannt

Die Pooths hatten angedeutet, dass sie in dem ehemaligen Leibwächter einen der Schuldigen für ihre Misere sehen. Sie hatten ihm vorgeworfen, die Unterlagen an die Presse verkauft zu haben, die die Bestechungsaffäre und das Ermittlungsverfahren gegen Franjo Pooth ausgelöst hatten.

Pooths Anwalt hatte argumentiert, dass sein Mandant den Leibwächter nicht mit Namen genannt habe. Dies sei unerheblich, befand das Gericht. Der 33-Jährige sei für sein persönliches Umfeld sehr wohl identifizierbar gewesen. "Unsere Rechtsauffassung ist voll bestätigt worden. Es war wichtig zu zeigen: Das kann sich auch ein Herr Pooth nicht leisten", sagte der Anwalt des Leibwächters nach dem Düsseldorfer Richterspruch.

Im Zusammenhang mit der Pleite seines Elektrogeräte-Unternehmens Maxfield ist Pooth zudem von zwei Bankhäusern verklagt worden. Eine Chance, Maxfield mit dem Insolvenzverfahren zu retten, hatte der Insolvenzverwalter nicht gesehen. Die berechtigten Gläubiger- Forderungen bezifferte er nach vorläufiger Prüfung auf 19 Millionen Euro.

Urteil Ende Oktober

Bereits in der vergangenen Woche war einen Gerichtssaal weiter über eine Millionenklage der Commerzbank gegen den Mann aus Meerbusch verhandelt worden. In dem Verfahren zeichnet sich nach der vorläufigen Bewertung des Gerichts ebenfalls eine Niederlage für den Pleite-Unternehmer ab. Das Urteil soll am 28. Oktober verkündet werden.

Im März kommenden Jahres versucht dann die Düsseldorfer Stadtsparkasse, eine Millionensumme von Pooth zu erstreiten. Ein Strafprozess droht dem gebeutelten Unternehmer auch noch: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen Bestechung, Insolvenzverschleppung und Steuerhinterziehung.

Quelle: n-tv.de