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Mitleid mit den Opfern des Supersturms Promis und Firmen spenden Geld

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Wirtschaftsfachleute schätzen die Schäden des Sturms auf 20 Milliarden US-Dollar. Es trifft Millionen von US-Amerikanern.

(Foto: REUTERS)

US-Amerikaner tragen rund 8,5 Millionen Euro zusammen, um den Opfern des Wirbelsturms "Sandy" zu helfen. Auch Prominente und Unternehmer zeigen sich großzügig und stellen Millionen zur Verfügung. Die Ostküste der USA kann sie gebrauchen. Von einer Rückkehr zur Normalität kann noch lange keine Rede sein.

Angesichts der verheerenden Folgen des Wirbelsturms "Sandy" an der US-Ostküste ist die Spendenbereitschaft der US-Amerikaner groß. Sie trugen schon mehr als elf Millionen Dollar (etwa 8,5 Millionen Euro) zusammen. Das berichtete das Rote Kreuz. Außerdem meldeten sich zahlreiche spendierwillige Prominente und Firmen. So teilte Medienmogul Rupert Murdoch per Kurznachrichtendienst Twitter mit: Sein Unternehmen habe den betroffenen Familien in New York und New Jersey eine Million Dollar zur Verfügung gestellt.

Der Autobauer Ford kündigte eine Spende in Höhe von 50.000 Dollar an, Konkurrent Toyota von einer Million. Die Baseball-Mannschaft der New York Yankees versprach 500.000 Dollar. Der bislang größte bekannte Einzelspender wollte zunächst anonym bleiben: Der Unbekannte schenkte der Stadt New York laut Bürgermeister Michael Bloomberg 2,5 Millionen Dollar für die Wiederaufbaumaßnahmen. Bloomberg empfahl angesichts der Katastrophe und die Wahl

Natürlich reagiert auch die Politik: US-Präsident Barack Obama sagte den Opfern langfristige und unbürokratische Hilfe zu. "Wir werden dafür sorgen, dass ihr alle Hilfe bekommt, die ihr braucht, bis ihr wieder alles aufgebaut habt."

Noch 6,2 Millionen Menschen ohne Strom

Zusammen mit New Jerseys republikanischem Gouverneur Chris Christie, der Obama am Dienstag für sein Krisenmanagement sehr gelobt hatte, hatte der Präsident zuvor in einem Hubschrauber die Küste des Bundesstaats New Jersey überflogen, um die Schäden zu begutachten. "Wir werden langfristig zur Verfügung stehen", sagte Obama anschließend in einer Notunterkunft in Brigantine, wo er mit Opfern des Wirbelsturms sprach. Zudem werde er "keinerlei Bürokratie" dulden. "Wir werden für schnellstmögliche Hilfe sorgen", sagte Obama. Das Wichtigste sei nun, möglichst rasch zum Alltag zurückzukehren.

Das gelingt bisher allerdings nur schleppend. Behörden und Medien korrigieren die Zahl der Toten stetig nach oben. Derzeit ist von 88 Menschen in den USA und 67 in der Karibik die Rede. Auch das zweite New Yorker Krankenhaus, das Bellevue Hospital, musste evakuiert werden. Das Notstromaggregat fiel aus. Aus diesem Grund musste in der ersten Sturmnacht schon das NYU Medical Center schließen.

In einer Raffinerie im US-Bundesstaat New Jersey sind unterdessen mehr als eine Million Liter Diesel ins Meer geflossen. Wie der Fernsehsender CNN am Donnerstag berichtete, riss "Sandy" einen Tank auf. Rund hundert Arbeiter unter Aufsicht der Küstenwache waren im Einsatz, um das ausgelaufene Öl zu beseitigen.

Zudem leben nach Angaben des Energieministeriums noch mehr als 6,2 Millionen US-Amerikaner ohne Strom. Zwei Drittel der Geschädigten leben in den Staaten New York und New Jersey. Weiterhin sind drei Kernkraftwerke in den Unwettergebieten außer Betrieb. Lediglich der Reaktor Indian Point im Staat New York soll in den nächsten Tagen wieder ans Netz gehen

Nahverkehr noch stark eingeschränkt

Auch der Öffentliche Nahverkehr ist noch weit vom Normalbetrieb entfernt. In der besonders schwer betroffenen Metropole New York fuhren Busse nur eingeschränkt und die U-Bahn wegen kilometerweiter Überflutung der Tunnel gar nicht. Da etliche Bürger für den Weg nach Manhattan daher auf ihr Auto umsattelten, kam es am Mittwoch zu massiven Staus. Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete an, dass nur Autos mit mindestens drei Insassen die Brücken über den East River passieren dürfen.

Entlastung wird erwartet, sobald die Metro an diesem Donnerstag auf 13 von 21 Linien wieder teilweise in Betrieb geht.

Mit Newark und JFK starteten am Mittwoch immerhin zwei der drei New Yorker Flughäfen ihren Betrieb langsam; La Guardia soll wie die U-Bahn am Donnerstag folgen. Auch die Börse nahm nach ihrer zweitägigen Zwangspause den Handel wieder auf.

Quelle: n-tv.de, ieh/dpa/AFP

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