Panorama

"ControlCovid" RKI präsentiert eigenen Stufenplan

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Die komplette Schließung von Kitas und Schulen sieht das Papier des Robert-Koch-Instituts nicht mehr vor.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

Nun auch das Robert-Koch-Institut: In der Debatte um mögliche Lockerungen stellt die oberste deutsche Seuchenbehörde ihr eigenes Konzept vor. In vier "Intensitätsstufen" soll es so gelingen, die Pandemie in Deutschland dauerhaft zu kontrollieren.

In der Debatte um mögliche Öffnungsschritte aus dem geltenden Lockdown positioniert sich nun auch das Robert-Koch-Institut (RKI). In einer mit "ControlCovid" überschriebenen Handreichung, die das RKI auf seiner Internetseite veröffentlicht hat, wird ein lokal angelegtes vierstufiges Konzept skizziert, das sich nicht nur an der Sieben-Tage-Inzidenz orientiert. Ziel der Strategie sei es, "die Zahl der schweren Erkrankungen, Langzeitfolgen und Todesfälle durch Covid-19 zu minimieren und eine Überlastung des Gesundheitswesens nachhaltig zu vermeiden".

Zur Einordnung der Lage in eine der vier "Intensitätsstufen" dienen neben der Sieben-Tage-Inzidenz die Intensivbettenbelegung, die Hospitalisierungsrate der über 60-Jährigen sowie der Anteil der Kontaktpersonen, die nachverfolgt werden können. Berücksichtigung sollen zudem der R-Wert, der Anteil neuer Varianten am Infektionsgeschehen, der Anteil von Fällen ohne ermittelbare Infektionsquelle sowie Anzahl, Größe und Setting einzelner Ausbruchsereignisse finden.

Anhand dieser Kriterien soll auf lokaler Ebene definiert werden können, welches Maßnahmenbündel zu wählen ist. Dabei seien keine scharfen Grenzwerte sinnvoll. Bei ansteigenden Fallzahlen sei die Sieben-Tage-Inzidenz als "Leitfaktor" zu sehen, bei abnehmendem Infektionsgeschehen rückt die Intensivbettenbelegung stärker in den Fokus.

Abgeleitet aus Erkenntnissen über Infektionsrisiken in bestimmten Settings ergibt sich für das RKI folgendes Stufenkonzept:

  • Basisstufe (Sieben-Tage-Inzidenz unter 10, Intensivbettenbelegung unter 3 Prozent, Inzidenz hospitalisierte über 60-Jährige unter 3, mehr als 90 Prozent der Kontaktpersonen können nachverfolgt werden): alle Bereiche sind mit Schutzkonzepten offen, Begrenzung der Zusammenkünfte in Innenräumen auf unter 100 Personen, im Freien auf unter 1000.
  • Intensitätsstufe 1 (Sieben-Tage-Inzidenz unter 35, Intensivbettenbelegung bis 5 Prozent, Inzidenz hospitalisierte über 60-Jährige bis 4, 80 bis 90 Prozent der Kontaktpersonen können nachverfolgt werden): Begrenzung der Zusammenkünfte in Innenräumen wird auf 50 herabgesetzt, im Freien auf 500.
  • Intensitätsstufe 2 (Sieben-Tage-Inzidenz unter 50, Intensivbettenbelegung bis 12 Prozent, Inzidenz hospitalisierte über 60-Jährige bis 6, 60 bis 80 Prozent der Kontaktpersonen können nachverfolgt werden): Bars und Clubs sollten schließen, Zusammenkünfte nur noch bis 10 Personen im Inneren, bis 100 im Freien, mehr Homeoffice, gastronomische Angebote nur außer Haus zum Mitnehmen, Unis und FHs nur mit verminderter Personenzahl, Fernunterricht oder reduzierte Klassen in weiterführenden Schulen, Grundschulen und Kitas offen, höhere Taktung im ÖPNV, Einzelhandel nur mit einem Kunden pro 20 Quadratmeter.
  • Intensitätsstufe 3 (Sieben-Tage-Inzidenz über 50, Intensivbettenbelegung über 12 Prozent, Inzidenz hospitalisierte über 60-Jährige über 6, weniger als 60 Prozent der Kontaktpersonen können nachverfolgt werden): Treffen nur noch innerhalb der Familie, Unis, FHs und weiterführende Schulen wechseln in Distanzunterricht, Kitas und Grundschulen mit reduzierten Klassen, Religion, Kultur, körpernahe Dienstleistungen und Einzelhandel schließen.

Quelle: ntv.de, jog

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