Panorama

U-Boot vor Bali gesunken Regierung gibt Rettung von Besatzung auf

Tagelang läuft die Suche nach einem vermissten Militär-U-Boot vor Bali. Nun herrscht traurige Gewissheit: Indonesien erklärt die KRI Nanggala 402 offiziell für "gesunken". Damit gibt es keine Hoffnung mehr, die 53 Matrosen an Bord lebend zu bergen. Unklar bleibt jedoch, wie das Boot einfach verschwinden konnte.

Die indonesische Regierung hat die Rettung der 53 Besatzungsmitglieder des im Indischen Ozean gesunkenen U-Boots aufgegeben. "Die Armee und die Marine haben den Status des U-Boots KRI Nanggala 402 von 'Kontakt verloren' auf 'versenkt' oder 'gesunken' geändert", erklärte Präsident Joko Widodo. Er habe den Angehörigen der Besatzung sein Beileid ausgesprochen. Er drückte seine "tiefe Trauer" über den Vorfall aus und bezeichnete die vermissten Matrosen als Indonesiens "beste Patrioten".

239489487.jpg

Indonesische Suchtrupps fanden am Samstag Trümmerteile des U-Bootes.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Am Mittwoch war der Kontakt zu dem U-Boot in den Gewässern vor der Insel Bali abgerissen. Nachdem ein Suchtrupp am Samstag Trümmerteile entdeckt hatte, konzentrierte sich die indonesische Marine am Sonntag nach eigenen Angaben darauf, die genaue Position des gesunkenen U-Boots zur Bergung weiterer Überreste zu bestimmen. Die Marine geht davon aus, dass das U-Boot in rund 800 Metern Tiefe auseinandergebrochen ist, da es für diese Tiefe nicht gebaut war. Die gefundenen Gegenstände aus dem Inneren des U-Boots hätten laut Marine-Chef Yudo Margono ohne "Druck von außen" oder einen "Schaden" an der Torpedo-Abschussvorrichtung nicht nach außen gelangen können. Die Trümmer seien an jener Stelle gefunden worden, an der das U-Boot das letzte Mal abgetaucht sei.

Dass die Teile von einem anderen U-Boot stammen, schloss Margono aus. Unter den Fundstücken waren demnach ein Teil des Torpedosystems und eine Flasche mit Fett, das zum Schmieren des Periskops verwendet wird. Auch einen muslimischen Gebetsteppich fischten die Rettungskräfte aus dem Meer. In dem U-Boot gab es nach Behördenangaben möglicherweise einen Stromausfall, wodurch die Besatzung nicht mehr auftauchen konnte. Eine Explosion schloss Margono aus.

Sauerstoff reichte nur für drei Tage

Der Kontakt zu dem U-Boot "KRI Nanggala 402" war am Mittwochmorgen während einer Militärübung abgerissen, bei der Torpedos abgefeuert werden sollten. Die Mannschaft hatte nach Militärangaben um Erlaubnis gebeten, tiefer abtauchen zu können. Nach der Erteilung des entsprechenden Befehls brach der Kontakt ab.

In den vergangenen Tagen war fieberhaft nach dem U-Boot gesucht worden, da der Sauerstoff bei einem Stromausfall nur für drei Tage ausreichte. Neben Singapur, Malaysia und Australien beteiligten sich auch die USA an der Suche mit insgesamt fast zwei Dutzend Schiffen sowie Flugzeugen in dem 34 Quadratkilometer großen Gebiet.

Eine offizielle Erklärung für das plötzliche Verschwinden des U-Boots haben die Behörden bislang nicht abgegeben. Auch zur Frage, ob das U-Boot möglicherweise überladen war, äußerten sie sich nicht. Das Militär teilte lediglich mit, die "KRI Nanggala 402" sei seetüchtig gewesen.

Das gesunkene Boot war eines von fünf in Deutschland und Südkorea gebauten U-Booten im Besitz Indonesiens. Mit dem Bau des 1300 Tonnen schweren U-Bootes vom Typ 209 vom Industrieriesen ThyssenKrupp war 1978 begonnen worden. 1981 wurde es an Indonesien ausgeliefert.

Das Verschwinden der "KRI Nanggala 402" weckte Erinnerungen an das "Kursk"-Unglück im Jahr 2000. Beim Untergang des russischen Atom-U-Bootes in der Barentssee starben alle 118 Menschen an Bord. Eine Untersuchung kam später zu dem Schluss, dass das Unglück von einem defekten Torpedo verursacht wurde.

Quelle: ntv.de, chf/rts/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.